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Ein Reisebericht von Ulla Ackermann
Fotos: Ulla Ackermann / Jochen Osterloh

Tour 5

Tour 5: Botswana - Durch den Busch und in die Wälder

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Namibia zu verlassen heisst nicht, dass die Wüste hinter uns bleibt. Bis weit nach Botswana hinein dehnt sich die Kalahari Desert aus, verläuft in den Salzpfannen der Makgadigadi-Pans (siehe auch Reportage "Wasser von nirgendwoher") und in den Flüssen und Seen des Okavango Deltas (Reportage "Elefanten im Luxuspaket").

60 000 Elefanten leben allein im Chobe National Park, kein Wunder, dass man den grauen Urzeitriesen auf Schritt und Tritt, soll heissen, alle paar Meter begegnet, und immer gleich herdenweise.

Botswana / Elefanten

Umso erstaunlicher, dass ein einzelner Jumbo uns auf dem schmalen Weg entgegen kommt, den wir uns zum Übernachten ausgeguckt hatten. Schon von weitem ist er zu sehen, und obwohl jeder weiss, dass allein umher wandernde Bullen in der Regel gefährlich agressiv sind, scheint dieser hier sich nicht gänzlich von seiner Herde abgewendet zu haben - oder unsozialen Benehmens wegen verstoßen worden zu sein, sondern ganz guter Dinge sich auf einem Abendspaziergang zu befinden. Seine säulenartigen Beine kicken Sandfontainen vor sich her, sein Kopf wackelt im Rythmus des Schlenderjahn, der ganze Bursche sieht recht fröhlich aus. Will allerdings partout nicht die Spur wechseln und wir wollen ihn nicht mit dem Starten des Motors verschrecken. Also bleiben wir wie angewurzelt sitzen: Jochen im Fahrerhaus, wo er Öl nachgießen wollte, mit dem Ölkanister in der Hand und ich hinten im Unimog. Mit der eigentlichen Intention Filme zu wechseln, aber jetzt zur Salzsäule erstarrt. Denn der Koloss kommt näher, scheint den Unimog mit den weit offenen Türen für einen Artgenossen in weiss zu halten, der drohend die Ohren aufgestellt hat. Drei Meter vor direkter Feindberührung bleibt Herr Graumann stehen, stellt seinerseits die Ohren ab, hebt den Kopf ein paar Mal in den Nacken, trompetet, dass uns das Mark gefriert und stampft mehrfach den Vorderfuß in den Staub. "Attacke" heisst das, doch das weiße Ding rührt sich partout nicht. "Na gut", denkt sich der Elefant und guckt durch die Beifahrertür schon mal ins Innere. "Aha" gehen seine Erkundungen weiter, "da sitzt ja was" und marschiert um die Motorhaube herum zur anderen Seite - wo Jochen sitzt. Das Tier steckt seinen Rüssel ins Fahrerhaus, schnuffelt an der Tür, am Sitz, am Lenkrad, an Jochens Bein. In seinem ganzen Leben war der Mann nie so ruhig!

Tour 5: Botswana - Durch den Busch und in die Wälder

 

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