Tonkrüge im antiken Wasserdepot
Langsam
wurde nicht nur unsere Nahrung immer weniger, sondern auch die
Tage unserer
Reise neigten sich dem Ende entgegen. Letzte
Station war der Abu Ballas Berg, der „Vater der Krüge“ (Foto
rechts).
1918 entdeckte ein britischer Hydrologe Hunderte von Tonkrügen,
die zum Teil noch völlig intakt an diesem Felsen aufgestapelt
waren. Sicherlich ein antikes Wasserdepot, doch wer hatte es errichtet
und warum in einem solch abgelegenen Teil Ägyptens? Petrographie
und Materialuntersuchungen gaben weitere Hinweise. Die Tonkrüge
waren aus Nilschlamm hergestellt worden, und ihr Alter ging zurück
auf das Alte Reich, etwa 2700 vor Christus, als in Ägypten
die ersten Pyramiden gebaut wurden.
Nach fast drei Wochen erreichten wir die Asphaltstrasse, die die Oasen Ägyptens verbindet, und uns zurück in die Zivilisation brachte. Ich sah diese Straße mit sehr gemischten Gefühlen. Sie verband mich natürlich mit all den auf der Reise entbehrten Annehmlichkeiten des Lebens, doch andererseits nahm sie mir die Freiheit, die Konzentration auf das Wesentliche und den inneren Frieden, den ich in der Wüste erlebt hatte.

Erlebnis Wüste: Konzentration auf das Wesentliche
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