Auf den Spuren des 'Englischen Patienten'

Abenteuer-Tour in die libysche Sahara
Text und Fotos: Gabriela Levi
Wie bin
ich eigentlich auf diese wahnsinnige Idee gekommen, 22 Tage per
Jeep fernab von jeder Zivilisation durch einen
der unwirtlichsten Teile der Sahara zu fahren? Es begann alles ganz
romantisch, damals, als ich zum ersten Mal den Film „Der Englische
Patient“ sah. Danach musste ich einigen Fragen auf den Grund
gehen, und dann war ich plötzlich von Ägypten aus unterwegs
in die libysche Sahara.
Wer war dieser im Film dargestellte Patient wirklich? Und warum zeichneten
Steinzeitmenschen vor Tausenden von Jahren in einem der trockensten
Gebiete unserer Erde schwimmende Menschen, wie es uns der Film doch
gleich am Anfang so eindrucksvoll zeigt? In welchem Gebiet der Sahara
lag diese sagenhafte Höhle der Schwimmer? Ich begann mit meinen
Nachforschungen , die mich schliesslich ans Ziel führten: in
eines der einsamsten Gebiete unserer Erde, die libysche Wüste,
die sich im Osten der Sahara zwischen Libyen und Ägypten über
einige tausend wasserlose Kilometern erstreckt. Geographen bezeichnen
sie als Extremwüste - ein Glutofen, der alles Leben verbrennt,
ohne Regen, ohne Wasserquellen, bar jeglicher Existenzgrundlagen.
Die Rätsel und ihre Lösung
Auch den Englischen Patienten gab es wirklich: Laslo Almasy, ein ungarischer Wüstenforscher, Entdecker und letztendlich Spion im gnadenlos geführten Afrikakrieg zwischen Deutschland und Britannien. Er entdeckte neben zahllosen Felsbildern auch die „Höhle der Schwimmer" mit Wandmalereien von schwimmenden Menschen. Doch wie hatten Menschen in dieser Extremwüste leben können? Und wann?

Wer
waren die Künstler?
Deutsche Wissenschaftler vom Heinrich-Barth-Institut in Köln haben nach jahrzehntelanger Arbeit ein Puzzleteil ans andere gefügt, und so entstand mit Hilfe von Pollenanalysen und Radiokarbon-Datierung das Bild der libyschen Wüste in der Zeit zwischen 7000 und 3000 vor Christus. In jener Zeit mussten die Grenzen des Monsunregens mindestens fünfhundert Kilometer weiter nach Norden gereicht haben, wo sie Senken zu Seen auffüllten, an deren Ufern wiederum Menschen siedelten.
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