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Ganz so klein und beschaulich ist es auch in Farafra nicht mehr, doch hat das Dörfchen den Charakter einer Wüstenei, der mühsam einige Grünpflanzen abgerungen wurden. Zunächst erscheinen die flachdächrigen Häuser wie eine Fata Morgana, so identisch ist ihre Farbe mit der des Sandes aus der Umgebung. Träge rascheln einige staubbedeckte Palmen im heißen Wind, der Marktplatz liegt wie ausgestorben. Im Schatten der Baumgruppe mittendrin allerdings liegt eine Gestalt im weißen Djellabah auf einem Teppich hinter einer fahrbaren Vitrine mit geputztem und geschnittenen Obst. Kein Laut stört das Schläfchen des Händlers. Stundenlang nicht, bis gegen Abend erst das Rollo am "Supermarket" gegenüber hochrollt, aus allen Häusern Mädchen und junge Frauen mit Plastikgefäßen aller Art und Größen auf die Straße kommen und zum Brunnen gegenüber dem Dattelhain eilen, um den heimischen Wasservorrat bis morgen früh zu sichern und im Dorfbrunnen, wo das Wasser mit aller Macht aus einem dreißig Zentimeter Eisenrohr in die gemauerten Becken fließt, sich die Männer und ihre Söhne zur Abendtoilette einfinden.

Wenn sie fertig sind und die Hausarbeit getan ist, werden auch die Frauen hierher kommen. Sie werden im Schutz der Dunkelheit ihre Überkleider ausziehen, aber mit langen Hosen und Hemden in das stark schwefelhaltige Wasser steigen. Sie werden den Klatsch des Tages zum Besten geben, sich über ihre Männer auslassen und über die Touristen, die heute in ihrer Oase waren und die sie hinter den Fenstern verborgen, beobachtet hatten.

Ihre Stimmen werden weithin hörbar sein, allein untermalt vom feinen Sirren des Windes, der mit der einsetzenden Kälte der Nacht allerdings zur Ruhe kommt. Und in diesen Stunden schweigt auch die Stille über der Wüste.

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