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Aus der Versunkenheit heraus, im kargen Rythmus der Stille, fällt es schwer, die anschließende Begegnung mit der Oase Bahariya nicht vorschnell mit der Dimension eines Kairo-de-ja-vues zu verwechseln. So unmelodisch erscheint das Flötenspiel der Kinder am artesischen Brunnen außerhalb des Ortskerns, so ohrenbetäubend laut die Fahrgeräusche der wenigen Lastwagen und Busse im Ort, so störend das Gemecker der Ziegen, das Protestgeschrei der Esel und die Rufe der Händler auf dem Markt, das Geschwätz ihrer Kunden. "He, he" rufen die Männer und "Salama" und bieten sofort ihre Dienste als Führer durch den Ort und zur römischen Quelle an, die als Mittelpunkt von Bawita, der "Hauptstadt", auch das Herz der Oase darstellt. Zwanzig Meter tief in der Felsschlucht entspringt sie. So heiß, daß die Haut die Temperatur gerade noch ertragen kann. Entlang der Kanäle, in denen stetig das Wasser fließt, bis es außerhalb der Ortsgrenze versickert, wachsen Dattelpalmen, Zitronen-und Olivenbäume, Artischocken, Auberginen und Paprika, und Tomaten so groß wie Männerfäuste. Es läßt sich gut leben in ihrer Oase sagen die Männer, wenn es nur nicht wieder regnet, wie vor drei Jahren einmal, als fast alle ihre Lehm/Sandhäuser in sich zusammengefallen waren. "Wir haben Wasser genug", sagen die Männer, die Nachfahren jener Beduinen sind, die vor 500 Jahren hier seßhaft wurden, "wir brauchen den Regen nicht." Und sie verweisen auf allein drei Quellen in ihrem Oasengebiet. Sie müssen nur dafür sorgen, daß die mit Buschwerk geflochtetenen Zäune im Umkreis in Ordnung gehalten werden. Denn die halten den Sand ab, erklärt einer von ihnen der Barim heißt und der auch gleich die Verhältnisse zu den anderen Oasen in der Nähe gerade rückt. Bahariya ist nämlich mit seinen acht Ortschaften und 18 Weilern zu ausgedehnt um noch eine typische Oase zu sein, erklärt er. "Wir haben hier eine richtige Stadtverwaltung und sogar ein paar Hotels. Und jetzt wird auch noch eine neue Schule gebaut. Das ist dieser vierstöckige Rohbau dahinten." Warum vierstöckig und so protzig? Die Männer zucken die Achseln. Das ist in Kairo entschieden und von den Beamten dort weiß man doch, daß die noch nie in einer Oase waren, also auch nicht wissen, wie es in einer Oase aussehen soll.

Eigentlich ist eine Oase nämlich ein Flecken fruchtbaren Landes, das aus einer einzigen Quelle entstand und versorgt wird und das von Palmen umstanden ist. "Aber der Bewohner rechts von der Quelle muß die äußerste Palme am linken Oasenrand mühelos erkennen können."

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