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Desertifikation nennt die Wissenschaft den Vorgang, der üppigen Wald und fruchtbare Landschaften in trockene, sandige Regionen verwandelt. Zu Beginn der Erosionsphase dauerte dieser Vorgang noch Tausende von Jahren, doch je häufiger die Bäume geschlagen und je kleiner die verbleibenden Waldflächen wurden, desto kürzer wurden die Regenperioden bis schließlich die Regenzeiten völlig aus dem Jahreszyklus dieser Landstriche im Norden Afrikas verschwunden waren. Sicher regnete es im Laufe vergangener Zeiten noch, doch fand dieses Wunder stets so unerwartet statt, daß kein Mensch das Naß auffangen, also auch nicht nutzbringend verwenden konnte. Heute, wo keine Kultur dieser Region, weder ökologischer noch ideologischer Art in der Lage ist die Sahara wenigstens in größeren Teilbereichen zu begrünen, ist die fortschreitende Verwüstung sogar mit bloßem Auge und ein wenig Zeit zum Betrachten sichtbar. Denn während der letzten zwanzig Jahre hat sich diese Wüste um mehr als hundert Kilometer allein in Richtung Süden ausgedehnt.

Also hat nichts, was nicht unentwegt vor der Macht des Windes und des Sandes geschützt wird, Bestand. Auch das schwarze Asphaltband, das die Oasen inmitten des Sandmeeres verbindet, wird immer wieder von plötzlich auftauchenden Dünen unterbrochen. Pythagoras´sche Lehrsätze schleichen sich in die Gedanken und passen so recht zu der Magie der Szenerien: "Es gibt im ganzen Weltkreis nichts Beständiges. Alles ist im Fluß und jedes Bild wird gestaltet, während es vorübergeht..."

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