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Klein wie ein Käfer schien man zu sein zwischen den teilweise haushohen Skulpturen aus Kalkstein. Und man hielt den Atem an um die mancherorts so fragilen Steingebilde nur ja nicht durch eine unbedachte Bewegung zum Einsturz zu bringen. Seit Jahrhunderten hatte die Kraft des ständigen Sturmes aus Osten an dem einstigen Gebirge aus weißem, weichen Stein geschabt und den losgelösten Sand vetrieben bis nur noch Quader aus festerem Kalkgestein übrigblieben, an denen die Böen unermüdlich und Steinmetzen gleich tätig gewesen waren. Über dem Boden stärker, wo der Sand mit dem Wind in dichteren Schwaden fegt, in Höhen von vier, fünf Metern hingegen war das Sandstrahlgebläse sanfter zugange, aber nicht weniger stetig.

Dort war ein steinerner Atompilz das Produkt der Session, dort drüben eine hauchdünne Platte, die mit einer Spitze auf dem erdverbundenen Kegel stand. Hier glich das Gestein einem Hasenkopf mit angelegten Ohren, dort saß, mit nur wenig Imagination zu erkennen, ein großer Frosch zum Sprung bereit und gleich hier vorne stand eine Gruppe von Hockern mit ausladenden Kissen auf den Sitzflächen. Und dazwischen, auf einer Fläche soweit das Auge reichte, immer andere Skulpturen, mal mit überhängenden Felsnasen, mal in sich gedreht, mal himmelstrebend phallisch, mal weitverstreut wie Requisiten auf einer Spielwiese. Formen en masse, nie identisch - die Weiße Wüste war wohl eine der Welt größten Kunstausstellungen unter freiem Himmel.

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