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Die Stille erzählt. Mit der Stimme der Sonne, die frühmorgens schon als gleißende Scheibe dem Sandmeer entsteigt, und die nur das eine Ziel zu kennen scheint, mit ihrer Gluthitze alles Lebendige auszutrocknen. Im Nu sind Schlangen und Skorpione in ihren Tagesverstecken, ein paar Zentimeter unter der Sandoberfläche. Nur die Hörner der Vipern schauen noch hervor, größeren Sandkörnern zum Verwechseln ähnlich und auch den Stachel des Skorpions sieht man nur bei ganz genauem Hinsehen. Schnell hat sich der Tau der kalten Nacht verflüchtigt, leise entsteht ein Luftzug, wie aus dem Inneren der Dünen, der sich stetig zu Wirbeln steigert und dann zu Windgeschwindigkeiten.

Doch immer noch hat die Stille das Wort. Nun auch mit der Stimme des Windes, der nicht nur weht und stürmt, sondern sirrt und mitunter kreischt, wenn er die Sandkörner im Sturm verjagt.

Die Stille erzählt, wie dieser stete Wind die Hügel am Horizont in einigen Jahren in klaffende Schluchten verwandelt haben wird. Die Felswände aber, die dann freistehen und die aussehen als seien sie mit riesigen Feilen bearbeitet worden, sind Material, das dem Wind zur Gestaltung einer neuen Landschaft dient.

Wie die der Weißen Wüste, einer kleinen Enklave im gigantischen Kosmos des verwüsteten Landes der Libyschen Wüste, eines Teiles der Sahara, die vor zwölf, fünfzehn Jahren als geheime Touristenattraktion entlang der Oasenroute Bahariya-Farafra entdeckt wurde und seitdem einer erklecklichen Anzahl wüstenbegeisterter Besucher zum Domizil für ein paar Stunden in völliger Faszination wurde.

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