
Text: Ulla Ackermann
Fotos: Jochen Osterloh
Kairo steckt in allen Sinnen. In den Ohren, die vor der Schrille der Kakophonie des Straßenalltags kapitulieren wollen und in der Nase, die gereizt ist vom Parfum der Madames et Mademoiselles - doch der Gestank der ägyptischen Hauptstadt ist dominant und so aufdringlich wie der Smog, der sich glitschig wie eine metallene Maske über die Haut legt. Und die Augen sind der Überzahl der Reize nicht gewachsen, sind müde, hektisch und die Anstrengung schlägt um in Resignation, Agression gar. Kairo kann eben nur in kleinen Dosen verarbeitet werden, dazwischen muß man dem Moloch entfliehen um überhaupt wiederkommen zu können.
Szenenwechsel nur knappe 50 Kilometer westlich. Versteinertes Holz war bisher die einzige Attraktion entlang des schwarzen Asphaltbandes Richtung El Heiz oder Siwa. Rechts und links der Straße ist ausschließlich Sand zu sehen auf endlos weiten Flächen und vereinzelt auch eine Tankstelle oder eine, die es werden sollte. War Kairo nur eine Fiktion oder warum ist so plötzlich gar nichts mehr los? Kein Baum, kein Strauch, kein Auto. Hier und da ein Mensch, der in dem schmalen Schatten kauert, den ein handgemaltes, verwittertes Reklameschild wirft oder einer, der nach irgendwohin wandert. Da und dort eine Reihe Palmen, die gepflanzt aber dann vergessen wurde zu wässern - skurrile Ödnis. Aber frische Luft und ein Gefühl von Befreiung, das die Realität Kairos bestätigt. Und Ruhe, Stille.
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