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Sport statt Karawane

Kamelrennen sind auf der Arabischen Halbinsel eine alte Tradition. Schon immer veranstalteten Beduinen bei Festen die beliebten Wettkämpfe mit Kamelen, die mit zwischen 40 bis 50 Stundenkilometern im Galopp über den Sand fegen können. Seitdem sie als Lasttiere weitgehend ausgedient haben und Karawanen nur noch für Touristen durch die Wüste ziehen, hat sich das Kamelrennen als Sportveranstaltung etabliert. Ihr Stellenwert ist mit unseren Fußballspielen vergleichbar. Für ein exzellentes Rennkamel zahlen die reichen Dhabi’in Summen bis zu einer Million Euro.

Abu Dhabi Monitor
Das Renngeschehen auf dem Monitor ...

Wie beim Pferdesport ist auch hier ein geringes Gewicht der Jockeys von Vorteil. Um bei den Kamelrennen möglichst schnelle Zeiten zu erzielen, wurden in den Emiraten deshalb Kinderjockeys eingesetzt. Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, die vor allem aus Pakistan, Bangladesch, Indien und Sri Lanka stammen und am Golf in Sklaverei-ähnlichen Bedingungen gehalten wurden – den Eltern für rund 20 US-Dollar abgekauft oder entführt. Schätzungen zufolge gab es am Golf bis zu 40.000 Kinderjockeys.

Abu Dhabi im Rennen
... und auf der Rennbahn live

Jahrelang kritisierten internationale Menschenrechtsorganisationen wie das UNO-Kinderhilfswerk Unicef und Amnesty International die Ausbeutung der Kinder im Kamelsport. Stundenlang mussten die kleinen Jungen auf Kamelen reiten, was zu schweren Wirbelsäulenschäden führte. Zudem mussten sie Diät halten, um nicht an Gewicht zuzulegen. Da Abu Dhabi seit 2004 im Tourismus ein Potenzial erkannt hat, will das Scheichtum sein Image verbessern. Sheikh Khalifa bin Zayed reagierte und setzte im Juli 2005 das Mindestalter für Kameljockeys auf 18 Jahre fest. Bei Missachtung drohen Haft- und erhebliche Geldstrafen.

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