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Unterwegs im Nordschwarzwald: Eine Nagoldtal-Fahrt

Bäder, Burgen und Hermann Hesse

Pforzheim.jpg (11778 Byte)Sicherlich eine der interessantesten Routen im Nordschwarzwald, da reichlich von kulturhistorisch bemerkenswerten Stationen gesäumt, stellt die Reise durch das Nagoldtal dar: 45 Kilometer von Pforzheim  (Foto rechts) bis Altensteig, die man mit der Nagoldtalbahn, per Rad, zu Fuß oder auch im Pkw zurücklegen kann.

Ausgangspunkt ist Pforzheim, die Goldstadt, wo Enz, Nagold und Würm zusammenfließen und dessen historisches Stadtbild weitgehend in der Bombennacht 1945 untergegangen ist (heute unterhält man eine Städtepartnerschaft mit der baskischen Stadt Guernica). Bewegt man sich Nagoldtal-aufwärts, entlang dem Fluß Nagold, erreichen Bahntrasse und Strasse mit Bad Liebenzell, dem von der Burg überragten Heilbad, ein erstes attraktives Ziel. Nur wenige Kilometer weiter ist Hirsau erreicht, ehemals ein Kulturzentrum von fast europäischem Rang, als dessen Bauzeugen das Kloster samt Schloßruine (Klosterführung) sowie die einstige Klosterkirche St. Aurelius erhalten blieben und für dessen Bedeutung u.a. der Begriff Hirsauer Reform steht. Seit Jahren werden dort Klosterspiele veranstaltet und das Klostermuseum   wird seit kurzem der historischen Rolle der Klöster in dem kleinen 2000 Einwohner-Ort gerecht. Bekannt geworden ist der Ort auch durch das Gedicht "Die Ulme zu Hirsau" von Ludwig Uhland.

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Bad Liebenzell

Seit der Gemeindereform firmiert Hirsau - das konnte man beim damaligen Ministerpräsidenten Filbinger durchsetzen - als Calw-Hirsau: Calw ist die nur drei Kilometer Nagold-aufwärts gelegene Kreisstadt, Geburtsort des Schriftstellers Hermann Hesse (1877-1962), dem dort in vielerlei Hinsicht gedacht wird - ein Andenken, das ehemals allerdings nicht immer ehrenwert war (Hesse und Calw, Galerie der Stadt Calw).

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Hermann Hesse
(c) Suhrkamp Verlag

Der Weiler Kentheim, dessen Spinnerei wegen der Überflutungsgefahr durch den nahen Fluß nun geschlossen wurde, ist wahlpolitisch bemerkenswert, stellte er doch lange Zeit das einzige Wahllokal im Landkreis Calw mit SPD-Mehrheit dar. Seine einzige Sehenswürdigkeit ist St. Candidus, eine der ältesten Kirchen Süddeutschlands.

Von Station Teinach aus - so genannt, weil dort der gleichnamige Bahnhof des einige Kilometer entfernten Heilbades Bad Teinach liegt - hat man die Qual der Wahl: Bergan führt die Straße nach Neubulach, dem einstigen Bergwerksstädtchen mit heutigem Schaubergwerk, bergan in anderer Richtung ebenfalls nach Zavelstein, ehemals Württembergs kleinstes Städtchen, und durch das Teinachtal ins erwähnte Bad Teinach. Gleich überm Nagoldtal wiederum liegt die Burgruine Waldeck, eine der schönsten im Schwarzwald, ein faszinierender Ort, trotzdem wenig bekannt.

Wildberg, weitere Station an der B 463, ist bekannt für seinen Schäferlauf. Das ehemalige Oberamtsstädtchen Nagold hat einiges Sehenswerte, darunter eine weitere Burgruine (fast möchte man die Route auch eine "Burgenstraße" nennen). Landesweit bekannt geworden ist Nagold kurz nach der Jahrhundertwende durch die Hirsch-Katastrophe und zu bundesdeutschen Zeiten durch die Schleifer von Nagold.

Der Fluß macht nun einen "Knick", fliesst nordwestlich weiter. Die Bahnlinie allerdings endet in Nagold als Begleiterin des Flusses (sie führt weiter ins Neckarstädtchen Horb). Wir bleiben dem Fluß treu und könnten einen weiteren kleinen Abstecher nach Berneck wagen, kühn auf einem Bergrücken gelegen und überragt von Burg Berneck mit mächtiger Schildmauer. Auch Altensteig, Endstation der Tour mit schöner Stadtkulisse, krönt - wie sollte es auch anders sein - ein Schloss.

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