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Neubulach

Wo der König wohnte...

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Das Calwer Tor

Die ehemalige Bergwerksstadt, die mit Stadtteilen knapp über 5000 Einwohner zählt, besitzt im "Innerstädtle" innerhalb des Rings der alten Stadtmauer ein historisches Stadtbild und außerhalb des Ortes in Richtung Ziegelbachtal das Schaubergwerk "Hella-Glück-Stollen".

Geschichte
Das frühere Bergwerksstädtchen "Bulach", im Volksmund "Bulich" genannt, trägt seit 1799 die Bezeichnung Neubulach und ist eine der kleinsten württembergischen Städte; bis 1805 schickte man einen Abgeordneten in den Stuttgarter Landtag.

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Das, was Neubulachs Bedeutung ausmachte, ist auf dieser historischen Postkarte von 1908 nicht zu sehen: Der Bergbau und das Silberbergwerk, aus dessen Erlösen einst ein deutscher König seine Krönung finanziert haben soll. Bilder im Bild: Links "Porta Argentica", das "Silbertor", auch "Calwer Tor" genannt, rechts der sog. "Diebsturm" am Ende der Judengasse.

1277 erstmals erwähnt, wird das frühere "Buelach", das auf einem Merian-Stich von 1643 festgehalten ist, 1300 als Stadt genannt. Vom Bergwerk wird erstmals 1286 berichtet, wobei der Höhepunkt des Silberbergbaus im 13.Jahrhundert lag, als auch zahlreiche Bergleute aus dem Harz, aus Sachsen und dem heutigen Österreich in den Nordschwarzwald kamen. Im 16.Jahrhundert waren die Vorkommen erschöpft und viele der mittellosen Bewohner suchten ihr Heil in der Auswanderung nach Osteuropa, Asien und Südamerika. Einer brachte es dabei zu besonderem Wohlstand: Das war Julius Heuss, der in Moskau eine Schokoladenfabrik gründete, die bis heute besteht.

Stadtrundgang
Von Calw und vom Nagoldtal kommend, tritt man durch die Porta Argentica, das Silbertor, auch "Calwer Tor" genannt, in die Altstadt ein (der Turm kann bestiegen werden, Schlüssel im Nachbarhaus, schöne Aussicht von der Turmstube). Links vor dem Tor steht noch das alte Zollhäuschen, rechts ist der Stadtgraben erhalten. Wer sich den Torbau genau anschaut, sieht nicht nur das Stadtwappen, sondern auch das frühere Fallgitter.

Obwohl durch zwei Stadtbrände 1326 und 1505 zerstört und 1525 von den aufständischen Bauern aus dem Hinteren Wald erstürmt, hat Neubulach innerhalb seiner 700 Meter Stadtmauern (die Altstadt misst im Durchmesser 220 Meter) noch etliches Sehenswertes.

Linkerhand hinter dem Tor beginnt die Judengasse, der Judenstern ist im Torbau eingemeisselt, vom Jüdischen Friedhof sind auf dem Bergwerksgelände heute keine Spuren mehr erhalten. Am Ende der Gasse steht der Diebsturm, ein Turm der Stadtbefestigung, der zeitweise auch als Gefängnis diente.

Geht man vom Silbertor geradewegs, erreicht man vorbei am Eckbau der früheren Schmiede (heute Reisebüro) den kleinen Marktplatz mit dem Rathaus von 1605 und der früheren Bergvogtei, die heute als Museum dient.

Hinter der Parkanlage auf der linken Seite vom Rathaus steht Neubulachs "Burg", ein Fachwerkhaus, an der Stadtmauer. Die Burg war 1364 bis 1440 im Besitz der Pfalzgrafen vom Rhein und der deutsche König Rupprecht soll die Kosten seiner Krönung aus den Einkünften des Neubulacher Silberbergwerks bestritten haben. Württembergs Herzog Christoph schenkte die Baulichkeit dem schwäbischen Reformator Johannes Brenz, der so in dem abgeschiedenen Schwarzwald-Städtchen heimisch wurde; von 1562 bis 1579 war die Burg Brenz’scher Familienbesitz.

Die stattliche Stadtkirche ist vom Typ her eine Wehrkirche; Glockenturm, Sakristei und Doppelportal sind die ältesten Teile, im Innern wurden einige Grabmäler aufgestellt.

Neubulach ist Luftkurort und liegt 600 Meter ü.M. auf einer sonnenreichen und nebelfreien Höhe.

Als erstem deutschen Kurort wurde dem Städtchen das Prädikat "Luftkurort mit Heilstollen-Kurbetrieb" verliehen. Seit 1973 werden im "Hella-Glück-Stollen" des früheren Bergwerks Untertage-Klimakuren zur Behandlung von Atemwegsleiden veranstaltet.

Besichtigungen
Schaubergwerk "Hella-Glück-Stollen" im Ziegelbachtal: April-Okt.
Schwarzwälder Mineralien- und Bergbaumuseum, in der ehemaligen Bergvogtei am Marktplatz: April-Okt.

Feste
Das "Städtle" ist bekannt für seine Feste, so den Ostermontagsmarkt, den Herbstmarkt (letzter Samstag im Oktober) und das Lichterfest.

Informationen
Teinachtal-Touristik, Marktplatz 13, 753 87 Neubulach, Tel. 070 53 – 96 95 10, Fax 64 16, info@neubulach.de, www.neubulach.de

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