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Ein Klostermuseum, noch jung an Jahren

Mit dem Jahr 1991 jährte sich die Weihe von St. Peter und Paul, dem großen früheren Klosterkomplex Hirsaus links der Nagold, zum 900.Mal. Dieses Datum war Anlaß für die Stadt Calw, zu der Hirsau heute gehört, gemeinsam mit dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe das Klostermuseum Hirsau zu eröffnen. Damit öffnete eine Einrichtung ihre Pforten, die endlich der lange Zeit vernachlässigten Bedeutung von Hirsau in reichs-, kirchen-, kunst- und baugeschichtlicher Sicht gerecht wurde.

Kloster Hirsau Peterskirche.jpg (30417 Byte)
Noch nach der Zerstörung wurden die gewaltigen Ausmaße von Hirsaus St. Peter und Paul-Klosterkirche, dem größten romanischen Bauwerk Deutschlands, deutlich. Der Künstler zeigt in seiner romantischen Ansicht, was auch nach der Brandschatzung durch die Franzosen noch erhalten war. Später ist der Großteil dieser Mauern gefallen: Die Einheimischen nutzten die Klosterruine als Steinbruch.

Das Klostermuseum befindet sich nahe der heutigen romanischen St. Aureliuskirche rechts der Nagold; bis in die 80er Jahre beherbergte der Bau eine Metzgerei und Wohnungen. Der Umbau zum Museum gab die Möglichkeit, 1988-1991 Fundamente und Umfeld durch Ausgrabungen zu erforschen, wobei man entdeckte, daß das Haus einen romanischen Kern besitzt, ansonsten 1634 und später wieder umgebaut wurde. Durch behutsamen Rückbau hat das heutige Museumsgebäude wieder den ursprünglichen Charakter eines herzoglichen Amtshauses erhalten.

Auf drei Stockwerken gibt die Ausstellung einen guten und gründlichen Überblick über die Bedeutung Hirsaus insbesondere im Mittelalter (Kloster, St.Aurelius, Hirsauer Reform). Da St.Peter und Paul samt Schloß 1692 den Brandschatzungen der Franzosen und später als Steinbruch den Einheimischen zu großen Teilen zum Opfer fielen, lässt das ausgezeichnet gearbeitete große Kloster-Modell nachvollziehen, welch’ beeindruckende Erscheinung die Bauten im damals noch einsamen Nagoldtal darstellten. Ausgestellt sind zahlreiche Fundstücke aus dem Klosterbereich, darunter eine bemerkenswerte Sammlung von Schlußsteinen aus dem Kreuzgang.

Ein Stockwerk ist der Orts- und Sozialgeschichte des Kurortes Hirsau gewidmet: Das reicht von der Darstellung früher Tourismus-Aktivitäten über Industrie-Ansiedlungen und Wohnkultur bis zu Exponaten wie dem Emailleschild der früheren NSDAP-Ortsgruppe oder einem Veranstaltungsplakat der KPD.

Besichtigung
Klostermuseum Hirsau, Calwer Str.6, nahe St.Aurelius
April-Okt. Di-So 14-17, Nov.-März Sa-So 14-17 Uhr
Gruppen jederzeit nach Vereinbarung: Tel. 070 51 - 59 015, 167 260

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