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Hermann Hesse

Der Literatur-Nobelpreisträger aus Calw

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Hermann Hesse ca. 1913/14
© Suhrkamp Verlag

Der Schriftsteller Hermann Hesse ist der in den USA und Japan meistgelesene europäische Autor. Er erhielt 1946 den Nobelpreis für Literatur und den Goethe-Preis und wurde 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

In den 70er und 80er Jahren war Hesse der meistgelesene europäische Autor dieses Jahrhunderts, besonders beliebt auch in der Psychodelic- und Hippie-Szene (die Rockgruppe "Steppenwolf" benannte sich nach dem gleichnamigen Roman des Autors).

Am 2.Juli 1877 wurde Hermann Hesse als Sohn eines baltendeutschen Missionars, der später Leiter des größten protestantischen Missionsverlages war, und einer in Ostindien aufgewachsenen württembergischen Missionars-Tochter in Calw geboren.

Flucht aus Maulbronn
Er wuchs in der Schwarzwaldstadt auf und bestand 1891 an der Lateinschule Göppingen das sog. Landexamen. Dem Evangelisch-Theologischen Seminar im früheren Kloster Maulbronn entzog er sich 1892 durch Flucht - Kritik am damaligen Erziehungssystem hat er später in "Unterm Rad" (1906) thematisiert.

Hesse geriet in Auseinandersetzungen mit dem pietistischen Elternhaus, hielt sich zeitweilig in Sanatorien auf. Von 1893 bis 1903 war er u.a. in einer Calwer Turmuhrenwerkstatt und als Buchhändler in Tübingen tätig.

Seine ersten Werke waren noch im Stil der deutschen Romantik verfasst und hatten starke autobiographische Züge. 1904 erreichte er mit "Peter Camenzind" einen ersten Erfolg und wurde von Beruf Schriftsteller. 1906 war Hesse Mitherausgeber der antiwilhelminischen Zeitschrift "März" in München. Von 1904 bis 1912 lebte der Autor in Gaienhofen am Bodensee.

Anfeindungen und ein Pseudonym
1911 unternahm Hesse eine viermonatige Indienreise; indische Philosophie und meditative Elemente haben seine Arbeit beeinflußt. Im darauffolgenden Jahr übersiedelte der Schriftsteller in die Schweiz. 1914-1919 engagierte er sich dort in der "Deutschen Kriegsgefangenen-Fürsorge Bern", dennoch sah er sich Anfeindungen aus dem kriegführenden Heimatland ausgesetzt. Sein Roman "Demian: die Geschichte einer Jugend" (1919), der sich mit der Selbstfindung des Menschen beschäftigte, erschien deshalb unter dem Pseudonym Emil Sinclair und erst ab der 16.Auflage unter dem Namen des Autors, der sich seit 1917 auch als Maler betätigte.

1904 heiratete Hesse die Photographin Maria Bernoulli. 1924 erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft und ging die Ehe mit Ruth Wenger ein. 1931 heiratete er zum drittenmal, neue Ehefrau wurde die Kunsthistorikerin Ninon Dolbin geb. Ausländer.

Die Hauptwerke
Im Roman "Siddharta" (1922), seiner "indischen Dichtung", zeichnete Hesse den Werdegang des historischen Buddha nach.

Hesse (Suhrkamp).jpg (30198 Byte)Der 1927 erschienene Roman "Steppenwolf" hatte die Konflikte eines verirrten Intellektuellen mit dem Bildungsbürgertum und die "Krankheit der Zeit" zum Thema. Hesse hat darin auch Einflüße psychoanalytischer Erkenntnis verarbeitet. "Narziß und Goldmund" (1930) sind die Figuren eines Abtes und eines Abenteuerers im Mittelalter.  "Glasperlenspiel" (1943), das als Alterswerk und Höhepunkt seiner Arbeit gilt, befasst sich mit dem Werdegang des Josef Knecht im Gelehrtenstaat Kastalien "und vereint westliche und östliche Weisheiten" ("Literatur-Brockhaus"). Wegen seines zeitkritischen Inhalts durfte der Roman in Deutschland erst nach Ende der NS-Zeit verlegt werden. Neuauflagen von "Steppenwolf" und "Narziß und Goldmund" waren seit 1939 in Deutschland verboten. Die Preußische Akademie der Künste hatte der Schriftsteller bereits 1930 verlassen.

Hermann Hesse verstarb am 9.August 1962 in Montagnola im Tessin.

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