Die Provence im Überblick
Seit den Zeiten von
Cézanne und van Gogh verzückt das Licht der Provence
die Maler; dieses helle, alles durchflutende Licht
versöhnt die Gegensätze der provençalischen
Landschaft, schafft ein "Imperium der Sonne",
wie Frédéric Mistral, der große Erneuerer der
provençalischen Sprache, einmal geschrieben hat. Und
fürwahr, dieses Sonnenimperium präsentiert sich
keineswegs als einheitliches Gebilde: Da existiert das
Vogelparadies der Camargue mit ihren paradiesischen Sandstränden
neben der Industrieregion von Fos und der zerklüfteten
Steilküste von Cassis;
der schroffe Gipfel des Mont
Ventoux grüßt die
berühmten Weinstöcke von Châteauneuf-du-Pape, und die weltabgeschiedenen Täler der Haute-Provence und der Lubéron bilden einen kaum zu übertreffenden
Gegensatz zum quirligen Saint-Tropez, das nur hundert Kilometer entfernt ist.
Von dem lieblichen
Küstenabschnitt rund um Marseille und seinem zugehörigen Hinterland muß
schon in Urzeiten eine besondere Anziehungskraft
ausgegangen sein; nicht umsonst gehört die Region zu den
ältesten Siedlungsgebieten der Menschheitsgeschichte.
Auch die Römer fühlten sich in Arles, Nîmes, Orange und Vaison-la-Romaine besonders wohl und errichtet so
phantastische Bauwerke wie den Pont
du Gard. An dieser
Faszination hat sich bis heute nichts geändert:
Nirgendwo sonst in Frankreich wird die Kunst des
"Savoir-vivre" mit solcher Inbrunst zelebriert
wie in der Provence. Man denke nur an die
provençalischen Tafelfreuden oder schlendere über die
überaus bunten Märkte von Aix-en-Provence und L'Isle-sur-la-Sorgue. Liebhaber mittelalterlicher Kunst und
Architektur werden in Avignon, Les
Baux, dem
Zisterzienserkloster Le
Thoronnet sowie der Abbaye de Montmajour ebenso wenig enttäuscht wie Natur- und
Wanderfreunde im Grand-Canyon-du-Verdon, den Gorges de la Nesque oder in den Ockerbrüchen von Roussillon.