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Was ist Gotik?

Gesellschaftlicher Hintergrund

Die Gotik, die in der Kathedralenbaukunst ihre repräsentativste Ausformung erhielt, bildete sich vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher Stukturveränderungen heraus. Die rasche Entwicklung der Städte als Mittelpunkt des Handels und als Orte, an denen nicht nur Könige und Bischöfe ihren Wohnsitz hatten, sondern zunehmend  auch die Feudalherren, war ein Ausgangspunkt. Ernährt wurde diese Schicht von der umliegenden Landbevölkerung, die, weitgehend rechtlos, den Reichtum der städtischen Kultur finanzierte. Die Kathedrale wird zum spirituellen Zentrum und Ausdruck dieser Entwicklung. "In solchem Dom nun ist Raum für ein ganzes Volk. Denn hier soll sich die Gemeinde einer Stadt und Umgegend nicht um das Gebäude her, sondern im Innern desselben versammeln. Und so haben auch alle mannigfaltigen Interessen des Lebens, die nur irgend an das Religiöse anstreifen, hier nebeneinander Platz. Keine festen Abteilungen von reihenweisen Bänken zerteilen und verengen den weiten Raum, sondern ungestört kommt und geht jeder, mietet sich, ergreift für den augenblicklichen Gebrauch einen Stuhl, kniet nieder, verrichtet sein Gebet und entfernt sich wieder. Ist nicht die Stunde der großen Messe, so geschieht das Verschiedenste störungslos zu gleicher Zeit. Hier wird gepredigt, dort ein Kranker gebracht; dazwischen hindurch zieht eine Prozession langsam weiter; hier wird getauft, dort ein Toter durch die Kirche getragen; wieder an einem anderen Orte liest ein Priester Messe oder segnet ein Paar zur Ehe ein, und überall liegt das Volk nomadenmäßig auf den Knien vor Altären und Heiligenbildern. All dies Vielfache schließt ein und dasselbe Gebäude ein." (G.W.F.Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik II, S. 340f).

Epochen

Wenn auch verschieden von Nation zu Nation, kann ab Mitte des 12. Jh. von den Anfängen   gotischer Kunst gesprochen werden.  Die Kathedralenbaukunst des 13. und beginnenden 14. Jh. markiert die Epoche der sog. Hochgotik. Im Verlauf des 14. und 15.  Jh. findet die Spätgotik ihren Ausdruck u.a. in herrlichen Flügelaltären.

Stilmerkmale

Am besten lassen sich die Merkmale der Gotik an der Sakralbaukunst der Kathedralen verdeutlichen. War in der romanischen Kunst die Horizontale die stilprägende Raumdimension, so ist das in der Gotik die Vertikale. Mit anderen Worten: Der gesamte Baukörper strebt nach oben gen Himmel, ist verglichen mit früher von luftiger Eleganz und Bewegtheit. Hohe Fenster, Spitzbögen und Rippengewölbe zählen zu den Haupterkennungsmerkmalen. Die gotische Kathedrale läßt Chor, Querhaus und Langhaus mehr oder weniger zu einem einzigen Raum verschmelzen, von einem Chorumgang umgeben. Maßwerk und Plastiken schmücken den Sakralbau.

 


 

 


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