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Rote Adler und goldene Schlangen

Hauszeichen aus dem alten Prag

Prag:

Überall in Prag sind sie zu finden, die kunstvollen Hauszeichen, aus Metall oder Stein, gemalt oder gemeißelt. Ob "Zum goldenen Engel", "Zur steinernen Glocke", "Zum schwarzen Pferdchen" oder "Zum roten Adler" - An vielen Gebäuden werden die alten Hausnamen bildhaft dargestellt. Niemand weiß genau, wann diese Tradition entstand, doch berichten historische Quellen, dass sie bereits Anfang des 15. Jahrhunderts existierten. Anfangs dienten sie ohne Zweifel auch der Orientierung im Prager Prag: Hauszeichen Haus Zum blauen Fuchs am Platz Na Kampe auf der Kampa Halbinsel Gassengewirr, denn Hausnummern waren noch nicht üblich. Doch selbst dadurch dürfte eine Orientierung damals nicht so einfach gewesen sein, tauchen doch so manche Hauszeichen mehrfach auf: Über 40 Löwen und knapp zwei Dutzend Lämmer soll es im Prager Stadtgebiet geben. Und auch wenn man ihr unterschiedliches Aussehen in Rechnung stellt, so eindeutig dürften sie im wachsenden Prag bald nicht mehr gewesen sein. So dienten sie denn auch mit der Einführung von Hausnummern, die um das Jahr 1770 herum einsetzte, nur noch als schmückendes Zierwerk und historische Remineszenz.

Foto: Hauszeichen Haus zum Blauen Fuchs am Platz Na Kampe auf der Kampa-Halbinsel

Manche Abbildungen auf den Hauszeichen lassen einen direkten Rückschluss auf das ehemals hier ausgeübte Handwerk zu: "Zu den drei kleinen Geigen" weist auf eine Geigenbauerfamilie hin, die einst hier ihr Handwerk ausübte. Das Haus "Zur goldenen Schlange" wiederum deutet auf eine Apotheke hin. Eine schlüssige Erklärung für die zahlreichen Tierabbildungen zu finden - man stößt auf Löwen, Esel und Lämmer, Adler, Bären, Strauße und Karpfen - ist nur in den wenigsten Fällen möglich. Der Phantasie des Betrachters wird hier breiter Raum gelassen.

 


 

 


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