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" Ich sehe eine große Burg..."

Prager Gründungssagen

Prag: Die Statue von Josef Myslbek auf dem Vysehrad zeigt Libussa, die weise Seherin

Die Statue von Josef Myslbek auf dem Vysehrad
zeigt Libussa, die weise Seherin

Woher der Name Prag kommt, darüber streiten sich die Gelehrten bis heute. Leiten ihn die einen von dem Wort prazeny ab, was soviel wie "niedergebrannter Wald" bedeutet, führen ihn andere auf die Stromschnellen (prahy) der Moldau zurück.

Weitaus romantischer klingt da die Sage von der Gründung der Stadt durch Libussa, der weisen Seherin, die den Fürsten Premysl auf den Thron hob und als Stammmutter der Premyslidendynastie ( ca. 895 - 1306) gilt. Auf einam Hang hoch über der Moldau soll sie ihre Prophezeiung ausgesprochen haben:

" Ich sehe eine große Burg, deren Ruhm bis zu den Himmeln reicht. Die Stelle, wo sie emporwachsen soll, liegt im dichtesten Walde, an die dreißig Pfeilschussweiten entfernt; im Norden schützt sie mit seinem tiefen Tal der Bach Brusnice, im Süden überragt sie ein felsiger Berg mit Namen Laurenziberg, Petrin, welcher die Gestalt eines Delphins hat und bis zum Fluss reicht. Wenn ihr dorhin kommt, werdet ihr auf einen Menschen treffen, der mitten im dichtesten Wald mit seinem Sohn die Schwelle für sein Haus zimmert. Und weil auf der Schwelle einer menschlichen Wohnstatt sich auch die Stärksten bücken müssen, wenn sie eintreten wollen, werdet ihr an diesem Ort die Burg errichten und ihr nach unserem Wort für Schwelle, prah, den Namen Praha geben. Vor ihrer Größe werden sich Fürsten und Könige neigen und ihr ihre Huldigung darbringen."

Und wirklich: Noch zu Libussas Lebzeiten sei eine mächtige Burg errichtet worden, durch einen hohen Wall und einen tiefen Graben nach allen Seiten hin abgesichert.

Auch die Ankunft der Juden in Prag soll Libussas seherische Kraft vorausgesagt haben. Kurz vor ihrem Tode machte sie noch folgende Weissagung:

" Wenn die Zeit sich erfüllt, wird dein Enkel den Fürstenthron besteigen. Dann wird am Ufer der Moldau zwischen der Burg Prag und dem Vysehrad eine Schar von Fremdlingen anlangen. Diese Menschen werden hierher kommen auf der Flucht aus einem Land gen Sonnenaufgang. Sie werden an einen einzigen Gott glauben und an diesem Fluss eine neue Heimat suchen. Dein Enkel möge sie gastfreundliche aufnehmen und ihnen Schutz gewähren. Sie werden keinem Stamm feindlicher Fremdlinge angehören, und ihr Wirken wird dem ganzen Fürstentum zum Wohl gereichen."

 


 

 


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