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Essen in Prag

Deftig und fett, ein mächtiger Feind im Kampf um die schlanke Linie - dieses Urteil begleitet die böhmische Küche schon seit dem 19. Jh. Auch heutzutage sollten Sie bei einem Prag - Besuch diesen Kampf für einige Tage aufgeben. Fleisch mit Knödeln, gefolgt von einer kalorienreichen Mehlspeise, dazu ein süffiges Bier - das ist das Standardangebot in einfachen Prager Restaurants. Aber natürlich hat auch hier die so genannte Internationale Küche Einzug gehalten, und die Restaurants der Luxushotels sowie neu eröffnete Gourmet-Tempel bieten Kochkunst auf hohem Niveau.

Prag: Restaurant im Repräsentationshaus (Obecni dum)

Buffet im Restaurant des Repräsentationshauses (Obecni dum)

In aller Offenheit: Nach Prag unternimmt man keine kulinarische Reise. Zu viele Nepp-Lokale mit lieblosem Angebot können von den Touristenmassen leben. Wenn Sie jedoch ein gutes Restaurant finden, lohnt es sich, die traditionellen böhmischen Sprezialitäten zu probieren.

"Die Suppe ist der Grund ... und Fleisch dann der Spund", besagt eine alte böhmische Küchenregel. Sie müssen ja nicht gleich, wie früher in Böhmen üblich, zum Frühstück eine kräftige Suppe löffeln. Für das Mittagessen allerdings ist hungrigen Mägen eine Mährische Krautsuppe (Zelná polévka) zu empfehlen, die auch Kartoffeln und etwas Fleisch enthält. Oder eine der kräftigen Bier-, Knoblauch-, Kartoffel- oder Erbsensuppen. Nur noch selten wird die Kuttelflecksuppe angeboten, die man traditionell nach dem Kirchgang einzunehmen pflegte. Von den sonstigen Vorspeisen ist vor allem "Prager Schinken" zu erwähnen, der meist in Röllchen, mit Schlagsahne oder Meerrettich gefüllt, serviert wird.

Prag: Eine ruhige Pause gewährt der Teynhof

Mitten im Zentrum lädt der Teynhof zu einer gemütlichen Pause ein

Fleischgerichte dominieren den Speisezettel, wobei Schweinebraten mit Kraut und Knödeln (Veprové se zelím a knedlíky) als Nationalgericht angesehen werden darf. Eine Gans oder eine Ente mit einer ansehnlichen Fettschicht unter der Haut war früher feierlichen Anlässen vorbehalten, heute gehören sie zum täglichen Angebot vieler Prag: Koscheres Essen im Restaurant King SolomonLokale. Unvorstellbar ist die böhmische Küche ohne Knödel (knedlíky). Sie werden in zahlreichen Variationen zubereitet, als Kartoffel-, Semmel- oder Speckknödel, letztere werden auch als Hauptmahlzeit gegessen. Nur Zwetschgenknödel, mit Pflaumen gefüllt, mit Mohn, zerriebenem Quark und Puderzucker bestreut und zerlassener Butter übergossen, sind schon fast zur Seltenheit geworden.

Beim Fisch zählt der panierte Karpfen zu den traditionellen böhmischen Speisen, ohne die früher eine Weihnachtsfeier undenkbar schien. Frischer Salat, frisches Gemüse fristen immer noch eine Randexistenz in der Prager Küche, wenngleich in den letzten Jahren Bewegung in dieser Richtung zu erkennen ist.

Foto: Koscheres Essen findet man im Restaurant King Solomon

Eine wichtige Stellung nehmen die Mehlspeisen ein. Ob Buchteln oder Dalken, Kolatschen oder Livanzen - eines sind sie auf jeden Fall: sehr süß. Sollten sich nach einem mit Eis und zerlassener Schokolade gefüllten Palatschinken erste Verdauungsprobleme andeuten, so hilft möglicherweise ein Slivovitz, ein starker Pflaumenschnaps, oder ein Becherovka, ein bittersüßer Kräuterlikör.

 


 

 


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