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Altstädter Ring (Details)

Seit der Nordflügel des Rathauses in den letzten Kriegstagen Bomben zum Opfer fiel, klafft eine schmerzliche Lücke in der Gebäudefassade des Platzes und raubt ihm ein wenig seine Geschlossenheit. Dadurch wird der Blick frei auf die St. Niklaskirche, deren Fassade nie auf den Platz ausgerichtet war und die nun heute ein wenig beziehungslos dasteht. Schräg gegenüber reicht die Teynkirche zwar nicht direkt an den Platz heran, doch ihre hohen Türme gehören zum Gepräge des Altstädter Rings.

Prag: Stattliche Fassaden säumen den Altstädter Ring   

Stattliche Fassaden säumen den Altstädter Ring

Die Nordseite des Platzes zwischen Parizska und Dlouha gibt sich ganz neobarock. Im Zentrum das reich verzierte heutige Handelsministerium, das Ende des 19. Jh. errichtet wurde und mehrere Barockhäuser ersetzte. Rechts davon das frühbarocke ehemalige Paulanerkloster (1694, J.D. Canevalle), dessen Statuen von M.V. Jäckel stammen.

Stilvielfalt prägt den Ostteil des Altstädter Rings. Das Hus-Denkmal ist ein sehenswertes Beispiel für die Kunst des Jugendstils. Wenn auch in seinen Grundmauern auf romanische Häuser zurückgehend, so hat doch das Rokoko dem Goltz-Kinsky-Palais seinen Stempel aufgedrückt. Gleich daneben, etwas zurückgesetzt, wurde mit dem Haus Zur steinernen Glocke ein gotisches Wohnhaus aus dem 14. Jh. freigelegt. Eine schmale Gasse trennt diesen 'Wohnturm' von der sogenannten Teynschule, durch die man übrigens zum Hauptportal der Teynkirche gelangt. Die Bogengänge dieser ehemaligen Bildungsanstalt erinnern an die gotische Vergangenheit, auch wenn der Einfluß der Renaissance bei der Fassadengestaltung ersichtlich ist. Der Bogengang setzt sich im benachbarten Gebäude Zum weißen Einhorn fort.

Prag: Pferdekutsche am Altstädter Ring

Romanik, Barock und Neogotik vermischen sich bei den Gebäuden auf der Südseite des Platzes. Wo die Celetna in den Platz einmündet, erhebt sich das sogenannte Storch-Haus, auch Haus Zur steinernen Jungfrau Maria genannt. Auffallend vor allem seine Fassadenmalereien nach Vorlagen von Mikulas Ales. Ein kleines Hauszeichen aus dem 16. Jh. verweist auf den Namen des nächsten Gebäudes, das Haus Zum steinernen Lamm, dessen Portal und Giebel aus der Renaissance stammen. Im Haus Zum goldenen Einhorn (Nr. 20) mit seiner barocken Fassade gründete der Komponist Bedrich Smetana 1848 eine Musikschule. Im Haus Zum blauen Stern (Nr. 25) ist die Weinstube U Bindru untergebracht, ein Ort, wo bereits im 15. Jh. Wein ausgeschenkt worden sein soll.

Seit dem Mittelalter war der Altstädter Ring Zentrum und Schauplatz wichtiger Ereignisse. Blutiger Höhepunkt war dabei das Jahr 1621, als hier 27 aufständische Adlige öffentlich hingerichtet wurden, Endpunkt des antikatholischen Aufstandes.

 


 

 


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