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Teynkirche (Details)

Prag: Blick auf die Teynkirche

Blick auf die Teynkirche

Baugeschichte

Bereits aus dem 12. Jahrhundert stammen die ersten Zeugnisse über eine romanische Kirche an der Stelle, wo sich heute die Teynkirche erhebt. Sie gehörte zum benachbarten Teynhof, auf dem ausländische Kaufleute ihre Waren feilboten. So erhielt sie bald den Namen 'Kirche der Jungfrau Maria vor Teyn'. Im 14. Jh. wurde eine Neubau im gotischen Stil begonnen, den man allerdings erst im 16. Jh. abschließen konnte. Das Gotteshaus entwickelte sich zu einem Zentrum der hussitischen Glaubensbewegung, hier predigten u.a. die Vorgänger von Johannes Hus, Konrad Waldhauser und Jan Milic von Kromeriz. Im Jahr 1521 erlebte die Prager Bevölkerung in der Teynkirche eine Predigt des radikalen Reformators Thomas Münzer. Das Symbol der Hussiten, der Kelch, wurde nach der Niederlage am Weißen Berg 1623 im Zuge der Rekatholisierung von der Fassade entfernt und durch eine Darstellung Marias ersetzt. Die heutige Ansicht der Kirche entspricht in etwa der des 17. Jh.

Prag: Die Kanzel der Teynkirche

Die Kanzel der Teynkirche

Innenausstattung

Allen Bränden und Zerstörungen zum Trotz birgt die Teynkirche noch heute sehr sehenswerte Beispiele böhmischer Kunst.
Im Mittelpunkt des Hauptaltars steht eine Darstellung der Himmelfahrt Marias des tschechischen Künstlers Karel Skreta (1610-1674) aus dem Jahr 1649, der als einer der Begründer der barocken böhmischen Malerei gilt und vor allem seine italienischen Erfahrungen in Prag einbrachte. Von Skreta stammen noch weitere Gemälde der Teynkirche. Nur wenig später (1673) wurde am anderen Ende des Kirchenschiffes von Jan Jindrich Mundt aus Köln eine Orgel errichtet, die heute die älteste Orgel Prags ist.  Noch heute ist ihr Klang beeindruckend.
Das Grabmal des dänischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) zeigt diesen Mitbegründer der modernen Astronomie - zeitweilig arbeitete er auch mit dem deutschen Astronomen Johannes Kepler zusammen - in voller Rüstung mit Schwert. Von 1597 bis 1601, seinem Todesjahr, arbeitete Brahe am Hofe Rudolfs II. Seine Messgeräte und Beobachtungen der Himmelskörper ließen ihn zahlreiche Gesetzmäßigkeiten der Gestirne erkennen. Berühmt war Brahe auch wegen einer ganz anderen Sache: Er hatte bei einem Duell seine Nase verloren, seitdem zierte eine künstliche Nase aus Gold und Silber sein Gesicht.
Von großer kunsthistorischer Bedeutung sind die erhaltenen Werke eines unbekannten Meisters, der nach seinem bekanntesten Werk 'Meister der Kreuzigungsgruppe in der Teynkirche' genannt wird. Neben dieser Figurengruppe in einem nördlichen Seitenaltar zählt auch die Madonna mit Jesuskind im Südschiff der Kirche zu den Werken dieses Künstlers. Weitere sehenswerte Schnitzarbeiten stammen aus dem beginnenden 16. Jh., darunter der Altar Johannes des Täufers, ebenfalls von einem unbekannten Meister gefertigt.

 


 

 


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