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Äxte und Messer bleiben zuhause

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt vor Reisen nach Papua Neuguinea. Das bedarf einer Erläuterung. In den Städten Lae und Port Moresby treiben tatsächlich die „raskols“, kriminelle Banden, ihr alltägliches Unwesen. Legendär ist ein Banküberfall in der Hauptstadt, bei dem die Gangster zunächst den einzigen Polizeihubschrauber außer Gefecht setzten, bevor sie selbst mit einem gekaperten Helikopter auf dem Dach der Bank landeten. Weil ihr Plan vorher verraten wurde, wartete bereits die Polizei, und der Coup endete in einem Blutbad.

Papua Neuguinea Häuptling

Eskaliert sind inzwischen auch die Stammeskämpfe im südlichen Hochland. Früher wurden sie wegen Grenzstreitigkeiten, Frauen oder den allseits begehrten Schweinen ausgetragen, nach strengen Regeln mit Speer und Pfeil und Bogen. Unbeteiligte hatten nichts zu befürchten; die Konflikte zogen sogar Zuschauer von anderen Clans und manchmal auch westliche Ethnologen an, die Kampftechnik und Regeln studierten. Inzwischen stehen enorme Gewinne an Erdöl- und Gasvorkommen auf dem Spiel, die Kämpfe werden mit Gewehren und unter Einfluss von Alkohol und Drogen ausgefochten, und Unbeteiligte sollten möglichst nicht in die Schusslinie geraten.

Papua Neuguuinea Bananenverkäuferinnen

An der Küste, im Tiefland und auf den Inseln ist von alldem nichts zu spüren. Hier ist jede Form von Kriminalität bislang schlicht unbekannt. Das schwerwiegendste Delikt im Gerichtssaal von Alotau, immerhin einer mittelgroßen Hafenstadt, war im vergangenen Jahr die Herstellung von selbstgebrautem Bier. Fremde bekommen nichts abgenommen, sondern fast überall etwas geschenkt. Man fühlt sich geehrt durch den Besuch der Menschen vom Stamm der Weißhäutigen, jedenfalls sobald klar ist, dass sie keine Fehde anzetteln wollen. Ein freundlicher und oft sogar überschwänglicher Empfang ist deshalb Ehrensache, wenn sich die Gäste ihrerseits respektvoll verhalten. Bei unserem Besuch in Watam wurden die Bewohner sogar instruiert, möglichst nicht mit den dort üblichen Äxten und Küchenmessern im Dorf herumzulaufen, um uns nicht zu erschrecken.

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