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Chief Jimmy hisst die Flagge

Man kommt nicht einfach so nach Watam. Man meldet sich an. Das geht nur mit Hilfe von jemandem, der jemanden kennt, der wiederum jemanden im Dorf kennt. Einmal dort, kann man lernen, wie man Gäste auf gesittete Weise empfängt - früher wie heute. Vor dem Strand wartet bereits das Begrüßungskomitee: ein Kanu mit einem Dutzend Männern und Frauen, geschmückt mit Federn und bunten Bändern. Sie schwingen Palmwedel, trommeln und singen fröhliche Gesänge.

Papua Neuguinea Begrüßungsboot

Am Ufer gelandet, erhält jeder Gast ein rotes Mal auf die Wange, eine Art Ausweis für die Dauer des Besuchs. Dann paradieren die Einheimischen - das ganze Dorf ist versammelt - mit ihren Gästen zwischen den Häusern entlang. Zehn Männer kriechen unter eine Art Schlange aus Palmblättern und Früchten und begleiten die Prozession mit einem wilden Tanz. Frauen schlagen Kokosnüsse auf und gießen die Kokosmilch übermütig über die Tänzer.

Papua Neuguinea Flaggenzeremonie

Auf dem Schulhof wird die Flagge von Papua Neuguinea gehisst. Chief Jimmy, der wichtigste Mann im Clan, dirigiert höchstpersönlich den Schülerchor, der die Nationalhymne singt. Auch in diesem entlegenen Dorf an der Mündung des Sepik River, umgeben von Sümpfen und Mangroven, nur zugänglich vom Meer aus, ist man stolz auf die Unabhängigkeit des Landes. Anschließend gibt sich Chief Jimmy jovial, spricht mit jedem seiner Gäste ein paar Worte, und wer sich traut, mit ihm zusammen Buai, Betelnüsse, zu kauen - auch auf die Gefahr hin, dass dabei der widerliche rote Saft aus dem Mund auf die Hose tropft - der hat beim Chief für alle Zeit, zumindest für die Dauer des Besuchs, einen Stein im Brett.

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