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Blick durchs Fenster der Königin

Wir sind wieder im Bergdorf Lapta, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung den Nordhang des Küstengebirges hinauf zur Burg St. Hilarion. Rettender Rückzug und erfolgreiche Verteidigung schienen an diesem hochgelegenen Ort gewährleistet und in friedlicheren Zeiten war es den Herrschern kein geringes Vergnügen, hier oben in der Kühle der Berge bei Ritterturnieren und üppigen Gastmählern die heißen Sommermonate verstreichen zu lassen. Es erfordert schon einen schweißtreibenden Aufstieg, will man über den unteren und mittleren Teil der Burg in die obere Anlage vorstoßen. Und Schwindelfreiheit sollte man auch mitbringen. Belohnt werden Ausdauernde und Mutige durch den romantischsten Teil der Festung, die Natur ist schon lange dabei, ihn sich wieder zurückzuerobern: Gras, Büsche und Bäume bedecken den Hof. Neben Mauern und Gewölben sind noch einige gotische Maßwerkfenster erhalten, bekannt ist vor allem das “Fenster der Königin”, von dem aus sich ein weiter Blick über das Bergdorf Karaman und die Küstenlinie eröffnet.

Der vierte Wandertag klingt aus mit dem Besuch des Städtchens Girne und seines romantischen kleinen Hafens mit dem mächtigen Kastell im Rücken. Es ist ein wohlerhaltener Wehrbau, der höchst anschaulich die turbulente Geschichte der Insel widerspiegelt und obendrein noch in seinem Museumsflügel die aufregende Begegnung mit einem Schiffswrack aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert für uns bereithält.

Wir sind wieder im Osten der Insel und erwandern am nächsten Tag die Umgebung der Bergfestung Kantara. Sie ist die Dritte im Bunde, auch sie wurde unter den Venezianern schließlich aufgegeben und nur noch wuchtige Mauern und Türme zeugen von ihrer ursprünglichen Bedeutung. Im Dunst der Ferne verlieren sich die Konturen des “Pfannenstiels”, wie die lang gezogene Karpaz-Halbinsel volkstümlich heißt.

Nordzypern / Karpaz
Einsamer Dünenstrand auf der Karpaz-Halbinsel

Wir atmen würzige Waldluft und sehen mit Genugtuung auf vielen terrassierten Hängen neue Baumgenerationen heranwachsen. Dicht über die Wipfel hinweg rauschen Zugvögel in ihr südliches Winterrevier. “Das waren Kraniche”, weiß unser “Doktor”.

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