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Reiseführer Nordzypern

Thermengymnasium

Diese Anlage als antike „Freizeiteinrichtung“ zu bezeichnen, ist wohl nicht gänzlich falsch, war sie doch ein multifunktionaler Ort der Begegnung und Entspannung. Männer und Frauen, Freundescliquen und asketische Einzelgänger, Geschäftsleute und Politiker fanden sich hier ein und nahmen seine Angebote wahr, wozu vor allem die Ertüchtigung und Pflege des Körpers zählte, aber auch das intensive, ungestörte Gespräch. Wer wollte, konnte hier Vorträgen lauschen oder Einkäufe tätigen, Restaurants besuchen oder lesen, denn sogar Bibliotheken waren in großstädtischen Anlagen präsent. Jede hellenistische, vor allem jede römische Stadt, die etwas auf sich hielt, verfügte über einen solchen, zumeist luxuriös ausgestatteten „Freizeittempel“ als unverzichtbarem Bestandteil urbanen Lebensgefühls.

Die Ruinenlandschaft von Salamis: Das Gymnasium mit seinen mächtigen Säulen

Das salaminische Gymnasium (im ursprünglichen Sinn bedeutet Gymnasium Anstalt für sportliche und geistige Schulung) hat seine Wurzeln in hellenistischer Zeit. Wie Archäologen herausfanden, entstand es unter König Ptolemäos V. (reg. 205-180 v. Chr.) in bescheidenen Ausmaßen. Roms Kaiser Gaius Octavius Augustus, der um die Zeitenwende regierte und dem großen „augusteischen Zeitalter“ den Namen gab, ließ das Gymnasium ausbauen. Doch erst nach dem schweren Erdbeben des Jahres 76 n. Chr. wurde es unter den römischen Kaisern Trajan (reg. 98-117) und Hadrian (reg. 117-138) zu dem weit über Zypern hinaus gerühmten Prachtbau. Das berüchtigte Erdbeben im Jahre 332 machte alles zunichte.

Die Ruinenlandschaft von Salamis: Fußboden neben dem Gymnasium


Constantius II., Sohn des großen oströmischen Kaisers Constantin, nahm sich 345 der verwüsteten Stadt an und ließ Thermen und Palästra in neuem Glanz erstehen. Dieser Constatius war es übrigens auch, der den ersten Vorgängerbau der Haghia Sophia in Konstantinopel in Auftrag gab.

 



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