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Reiseführer Nordzypern

Samanbahçe-Viertel

Im Frühjahr 2004 wurde die Renovierung dieses ungewöhnlichen Stadtquartiers abgeschlossen. 1 Mio. Dollar aus EU-Kassen und die organisatorische Unterstützung durch das UNDP (United Nations Development Programme) und die islamische Vakiflar-Stiftung schufen dafür die Voraussetzungen.

In der Hauptstadt Nicosia (Lefkosa): Das kleine, nett restaurierte Samanbahce-Quartier zwischen Girne-Tor und Atatürk-Platz

Samanbahçe ist eine weiträumige, autofreie Wohnanlage, die sich in fünf Reihen parallel zur Girne-Straße hinzieht und von rund 180 zumeist älteren Menschen bewohnt wird. Ihr Grundstein wurde um das Jahr 1894 auf Initiative des Vakiflar-Repräsentanten Musa Irfan Bey gelegt, um dem wachsenden Wohnungsbedarf einkommensschwacher Schichten zu genügen – wenn man so will als eine frühe Form des sozialen Wohnungsbaus. Wie der von Horatio Herbert Kitchener und seiner Crew 1881/85 entworfene Stadtplan von Nicosia zeigt, war das Gelände unbebaut. Hier wuchsen Obstbäume, wurde Gemüse angepflanzt. Die einstöckigen Häuserreihen sollten die vertraute enge Nachbarschaft bewahren helfen und ganz bewußt hielt man sich an die klimatisch bewährte „mud brick“/Lehmziegel–Bauweise. Man verputzte und strich die Wände und deckte die leicht geneigten Dächer mit roten Ziegeln. Die Böden wurden mit „Kiraciköy-Platten“ ausgelegt, dem ebenso einfachen wie preiswertem zyprischen Marmor.

Den englischen Kolonialbehörden diente das Projekt später als Vorbild für ähnliche Siedlungen in den Vororten Küçük Kaimakli und Ortaköy.

In der Hauptstadt Nicosia (Lefkosa): Das kleine, nett restaurierte Samanbahce-Quartier zwischen Girne-Tor und Atatürk-Platz

Im Zuge der Renovierung erhielten die 72 Wohneinheiten von je 85 m² Grundfläche moderne Installationen und wo die Bausubstanz bröckelte, wurde nachgebessert. Der ursprüngliche Bauentwurf blieb erhalten. So sieht man an einigen nicht verputzten Stellen noch die alten „mud bricks“ und die massiven Holztüren sind wie früher von goldfarbenem Sandstein gerahmt und selbst als Hausnummern im Türsturz sind die alten arabischen Ziffern geblieben. Im Mittelpunkt der Anlage liegt ein von einer Kuppel überdeckter, heute nicht mehr genutzter Brunnen des früheren Wasserversorgungsnetzes, das aus dem Hügelgelände südwestlich der Stadt gespeist wurde.

 



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