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Wann immer der Konflikt um Zypern
in die Schlagzeilen gerät, steht der massige Bau in der Pufferzone
im Blickpunkt des Interesses. Hier unterhält die UNO-Schutztruppe
UNFICYP seit Jahrzehnten ihr Hauptquartier und bietet auf "neutralem
Boden" Raum für Begegnungen internationaler Vermittler, die
sich auf der Suche nach einer Lösung des "Gordischen Knotens"
in getrennten oder gemeinsamen Sitzungen mit Repräsentanten der beiden
Volksgruppen besprechen.

Das schwierige Miteinander der
Griechen und Türken Zyperns zu entkrampfen, dienen auch fachlich
ausgerichtete Workshops mit Teilnehmern beider Seiten, Treffen von Partei-
und Gewerkschaftsangehörigen, Jugendmeetings, Kinderfeste und nicht
zuletzt die Diskussionsrunden der am Nicosia
Master Plan arbeitenden Teams. Diese organisierten Begegnungen unter
der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen sind heikel. Ihnen folgen
häufig genug Ernüchterung und Ratlosigkeit, denn die Gräben
sind tief und zu allem Überfluß verfolgen die politischen Eliten
auf beiden Seiten das ungewohnte Treiben am "Ledra" mit beträchtlichem
Argwohn.
Vor dem ehemaligen Luxushotel im
Niemandsland zwischen den sich fremd gewordenen Volksgruppen liegen die
beiden "checkpoints" der griechischen und türkischen Zyprer,
zwischen denen die UNFICYP ihren eigenen Kontrollposten eingerichtet hat. Von 1974 bis 2003 war dieser dreifach kontrollierte Abschnitt der Markos Drakos Avenue der einzige offizielle Grenzübergang zwischen dem türkischen Norden und dem griechischen Süden Zyperns. Neben Angehörigen der UNFICYP wechselten hier Touristen aus Südzypern für einige Stunden in den nördlichen Inselteil, dagegen wurde Besuchern aus Nordzypern die Einreise in den Süden verweigert, da sie nach griechisch-zyprischer Sprachregelung „illegal“ (weil nicht über Südzypern) eingereist waren. Wer in dringenden Familienangelegenheiten (das erinnert lebhaft an frühere DDR/BRD-Regelungen) auf die andere Seite fahren wollte, hatte hier die Grenzkontrollen zu passieren.
Die Grenze ist seit 2003 geöffnet. Der Übergang am Ledra Palace Hotel ist Fußgängern vorbehalten. Autos queren die Grenze an einem weiter westlich gelegenen Übergang.
Kurze Glanzzeit
Als "The Ledra" 1946
-also noch zu Kolonialzeiten- von den Briten in einem leicht orientalisierenden
Stil erbaut wurde, erwarb es bald den Ruf eines Prestigehotels, gerade
recht für ausländische Korrespondenten und Diplomaten und andere,
die sich zu den "VIP´s" zählten. Als Fünf-Sterne-Hotel
mit allem erdenklichen Komfort, wurde es erst viele Jahre später
vom "Cyprus Hilton" ausgestochen. Doch seit 1964, als sich die
UNFICYP in Teilen des Hauses einquartiert hatte, waren die legendären
"old days" nur noch Vergangenheit. Das zwischen verfeindeten
griechischen und türkischen Nicosianern aufgeteilte Stadtgebiet brachte
die ersten "checkpoints" hervor, auch damals schon vor dem "Ledra".
Auf der Rückseite, am Ende des Hotelgartens, begann "türkisches
Territorium" . . .
Während der Kämpfe im
Juli 1974 geriet das "Ledra" zwischen die Fronten. Griechisch-zyprische
Nationalgardisten schossen vom Hoteldach wahllos in den türkischen
Sektor. Von den Unruhen überraschte Hotelgäste wurden für
dreißig albtraumhafte Stunden zu ihren Geiseln. Schon kündigte
Radio Bayrak einen türkischen Luftangriff an, falls die Schießerei
fortgesetzt werde, als buchstäblich im letzten Moment der britische
Hochkommissar eingriff und UNO-Soldaten die Eingeschlossenen evakuierten.
Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen schloß das Hotel seine
Pforten und ging ganz in die Hände der UNFICYP über.
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