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Kumarcilar Hani

Von den ursprünglich acht um die Selimiye gruppierten Karawansereien, liegt in Sichtweite des Büyük Han die zweite, noch erhaltene Herberge. Warum sie "Kumarcilar Hani" (Herberge der Glücksspieler) genannt wird, läßt sich nirgendwo ergründen. Sie entstand im 17. Jahrhundert, als die große Herberge mit ihren 68 Zimmern den Bedarf an Unterkünften nicht mehr decken konnte. Auf asymmetrischem Grundriß errichtet, wirkt die deutlich niedriger gebaute 52-Zimmer-Herberge mit ihrer fast hermetisch geschlossenen Straßenfassade geduckt und abweisend. Darüber ragen Wasserspeier hervor und wölben sich aneinandergereihte Tonnenüberdeckungen über jedem Gastzimmer des oberen Stockwerks.


Im Laufe ihrer Geschichte fungierte der Han zeitweise als Irrenhaus, ging dann in Privatbesitz über und wurde zwischen 1958 und 1963 noch von der englischen Administration renoviert. Seit 1964 untersteht das historische Bauwerk der türkisch-zyprischen Denkmalsverwaltung.


Man betritt den Han durch eine niedrige Eingangspassage und steht dann im Innenhof, den gepflegter Rasen und Blumenstauden in eine Oase der Frische inmitten aufgeheizter Straßen verwandeln. Hinter den ebenerdigen Bogenarkaden befanden sich früher Geschäfts- und Lagerräume. Eine freistehende Holztreppe führt aus dem Innenhof in das obere Stockwerk, wo Säulen das ziegelgedeckte Pultdach über dem Umgang tragen. Der Boden ist hier oben mit Marmor ausgelegt, der sich bis in die Gastzimmer fortsetzt, kleinen zellenartigen, meistens mit Feuerstelle ausgestatteten Behausungen.

Im Spätsommer 2005 begannen unter der Aufsicht des „Department of Ancient Monuments and Museums“ umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Die Stadtherberge soll frühestens Ende 2007 für Besucher wieder geöffnet werden und dann ihrem ursprünglichen Zweck dienen d. h. Gäste in zehn Zimmern des oberen Stockwerks beherbergen. Im Erdgeschoß soll ein Restaurant mit traditioneller zyprischer Küche einziehen. Außerdem ist die Einrichtung einer Silberschmied-Werkstatt und eines Malerateliers geplant, wo Miniaturen nach alten osmanischen Vorbildern entstehen werden.