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Stadtbefestigung
„Den
1. Aprilis frühe kamen wir gen Famagusta /
Erneuerung Ein rasch entworfenes Programm zur Instandsetzung und
Modernisierung der heruntergekommenen Befestigungen begann 1492 mit der
Umgestaltung der Zitadelle, 1496 entstand das Seetor, auch das heutige
Landtor (Limassol-Tor) nahm Gestalt an. Doch es fehlte ein klares Konzept
und von fachkundiger Überwachung konnte auch nicht die Rede sein.
Der anfängliche Elan verebbte, die Arbeiten schleppten sich dahin
zur Empörung der Bürger der Stadt, die einen Beschwerdebrief
an den Senat in Venedig richteten. Hier hatte man inzwischen eine neue
Gefahr ausgemacht: Spanien schien sich für einen Angriff auf Zypern
zu rüsten. Und das brachte insofern eine Wende, als Famagustas Verteidigung
jetzt zur „Chefsache“ prominenter Militärarchitekten
in Venedigs Diensten erklärt wurde. Man diskutierte nun ausführlich
fortschrittliche Festungsentwürfe, doch es war ein vielstimmiger
und überdies zerstrittener Chor. So lässt sich nicht mit Gewissheit
feststellen, welchen Anteil die zu Rate gezogenen Architekten am Verteidigungswerk
im einzelnen hatten. Die Erweiterung und Verstärkung der Stadtmauern
geht wahrscheinlich auf Cav. Orologi zurück. Andere Impulse kamen
aus der Ideenschmiede der veroneser Architektenfamilie Sanmichele. Michele
Sanmichele gilt als Schöpfer der pentagonalen Bastion, deren weiterentwickelte
Form zum Vorbild der Martinengo-Bastion in Famagusta wurde. „Die Stadt ist aber mit
gewaltigen Basteien und Streichwehren verwahret, Wie Lubenau zeigten sich auch die Mächtigen in Famagusta
beeindruckt. Man fühlte sich jetzt gut gewappnet. Die Stadtmauer
hatte sichtbar an Stabilität gewonnen und erhielt an ihren drei Landseiten
noch eine zusätzliche Hinterfütterung mit Erde, die sie wallartig
verbreiterte. Zehn halbmondförmige Bastionen verstärkten ihre
3,5 km lange Front (Camposanto / türk. Halkali Tabia, Andruzzi /
Su Burcu, Santa Napa / Altin Burcu, Diocare / Akim Mehmet Masgali, Moratto
/ Haci Celebi Masgali, Pulacazaro, San Luca / Alti Parmac, Del Mezzo /
Sheit Tabia, Diamante / Karpaz Tabia, Signoria). An den neuralgischen
Punkten des Hafens gaben die Zitadelle, das Seetor (Porta del Mare) und
der Arsenal-Turm (Canbulat-Bastion) dem Verteidigungssystem zusätzlichen
Schutz, auf der Landseite ergänzt von der stark befestigten Porta
di Limisso (Limassol-, heute Land-Tor) und der Martinengo-Bastion. |