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Hafen
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Es war ein hartes Stück Arbeit, die schwer zu manövrierenden Segler und Galeeren in den sicheren inneren Hafen Famagustas zu steuern. Man musste sich fernhalten von den felsigen Untiefen und Riffen, die sich einige hundert Meter vor der Küste nur knapp über dem Wasserspiegel aufreihen. Indessen war es gerade diese Kette flacher Riffe, die zwischen Hafen und offener See wie eine Barriere die heranstürmenden Wellen bändigte und Famagusta zum bevorzugten Anlegeplatz Zyperns machte.
„... ohne Schaden hineinfahren“ „Es ist übel oder gefährlich in denselben Hafen zu kommen / da es außen viel Felsen hat / muß deshalb / wer da will hineinfahren / Achtung haben auf einen Turm / welchen sie „Torre dell` occa“ nennen / welcher gegenüber an Land steht / und in der Mitte ein Fenster hat ( . . .) / eh nun ein Schiff einläuft / ist von Nöten / dass es sich so gerade gegenüber dem Turm befinde / das ein Fenster auf das andere treffe und man also durch beide zugleich sehen könne / alsdann kann man ohne Schaden hineinfahren“, . . . beschrieb der Nürnberger Geheim- und Kriegsrat Christoph Fürer von Haimendorff 1566 die komplizierte Einfahrt in den Hafen. An der schmalsten Stelle der Passage, zwischen befestigter Mole (in Verlängerung der Zitadelle) und gegenüberliegender Riffkante, war mit der Sperrkette das letzte Hindernis zu überwinden. Sie schloss die ca. 100 m breite Durchfahrt. Hans Ulrich Krafft von Dellmensingen, Kaufmann in Diensten des Augsburger Handelshauses Melchior Manlich, kannte das Nadelöhr bestens von seinen vielen Fahrten zwischen syrischer Küste und Famagusta: „Vor dem Hafen hat es eine große starke Eisenkette, welche des Abends fast in gleicher Höhe mit dem Wasser in einem kleinen Thurme aufgezogen wird, damit man nicht hinein fahren kann und die Galeeren oder andere befreundete Schiffe sicher geborgen sind . . .“ (1573) Tagsüber wurde
die Kette auf den Meeresboden gefiert. Der Kettenturm auf dem Riff ist
gänzlich verschwunden. Noch 1860 wurde die starke mittelalterliche
Winde am Ende der befestigten Mole gesichtet, mit der die Kette bewegt
wurde. Sie verschwand endgültig bei der Umgestaltung des Hafens 1903/05.
Dafür tauchten damals Teile der längst verloren geglaubten Sperrkette
wieder auf. Man fischte sie aus dem Hafenwasser und zog sie auf die neue
Kaimauer, um sie zu vermessen. Die stark korrodierten Kettenglieder waren
35 cm lang und aus runden, 4 cm starken Stangeneisen geschmiedet. Niedergang und neue Blüte Mit dem düsteren
genuesischen Zwischenspiel setzte eine unheilvolle Entwicklung ein. Die
ewigen Rivalen Venedigs hatten sich Ende des 14. Jahrhunderts zur Absicherung
ihrer Handelsprivilegien der Stadt bemächtigt und damit den machtpolitischen
Niedergang der herrschenden Lusignans beschleunigt und überdies noch
ihre finanziellen Ressourcen durch den Verlust der üppigen Zolleinnahmen
des Hafens Famagusta empfindlich geschwächt. Der aus purer Not betriebene
Ausbau Larnacas sollte sich für die Lusignans als Glücksfall
erweisen, konnte der neue Hafen doch schon in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts Famagusta überrunden und diese starke Position
bis Anfang des 20. Jahrhunderts halten. „Der Hafen befindet sich in einem höchst verschmutzten Zustand. Nicht die geringsten Anstrengungen wurden unternommen, um die Anhäufung von Schlamm und Abfall zu verhindern. Allenfalls kleine Schiffe können noch den Hafen benutzen, da er nicht mehr als 11 bis 12 Fuß Wassertiefe aufweist“. In den Jahren 1902-05
bekam der Hafen unter englischer Regie ein neues Aussehen. Bagger gruben
eine 24 Fuß tiefe Fahrrinne zu den Liegeplätzen, das innere
Hafenbecken wurde entsprechend vertieft, Kaianlagen von 275 m Länge
entstanden (incl. Bahnanschluss) - der Hafen erhielt seine einstige Bedeutung
zurück. 1931-33 folgten Erweiterungen und 1962-65 schließlich
bekam die äußere Hafenzone rund 750 m Kaimauern. Heute stehen
bei 11 m Wassertiefe 1.280 m Kaianlagen zur Verfügung. |