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Reiseführer Nordzypern

Bougainvillea

Sie gehört zu den auffälligsten Zierpflanzen, denen man in Nordzypern auf Schritt und Tritt begegnen kann. Ihre unglaubliche Farbintensität, das schnelle Wachstum, die ungestüme Ausbreitung ihrer dornenbewaffneten Zweige, dekorativ über Mauern fallend, sich an Wänden empor rankend oder Pergolen umrahmend, machen dieses Schlinggewächs zu einer begehrten Gartenpflanze im gesamten Mittelmeerraum. Botaniker bezeichnen den populären Zierstrauch als „Spreizklimmer mit Sprossdornen“. Doch was die wenigsten wissen: der farbenprächtige Strauch ist ein Zuwanderer, der erst seit dem 19. Jahrhundert auf Zypern anzutreffen ist.

Tropische Heimat

BougainvilleaSchon sein Name deutet auf kein ostmediterranes Idiom hin. Er erinnert vielmehr an den französischen Seefahrer Louis-Antoine Comte de Bougainville (1729-1811), unter dessen Kommando die erste französische Weltumseglung zwischen 1766 und 1769 stand. De Bougainville entdeckte auf seinen Reisen im Pazifischen Ozean mehrere Inseln des Tuamotu-Archipels und der Salomonen, darunter auch eine Insel, der er seinen Namen „Bougainville“ gab. 1769 erkundete seine Expedition die Gegend um Rio de Janeiro und stieß dabei im Urwald auf ein flammendes Blütenmeer, das Wissenschaftler bisher noch nicht näher untersucht hatten. Es war die Wildform der Pflanze, die der mitgereist Arzt und Naturforscher Philibert Commerson gemäß dem Brauch der damaligen Zeit zu Ehren seines Kapitäns „Bougainvillea“ nannte. Brasilien ist also die Urheimat der Bougainvillea. Sie zählt zu der Gattung der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae) mit 14 Arten, vorzugsweise im tropischen Amerika gedeihend, aber auch in den tropischen Gebieten Afrikas, Südasiens und Ozeaniens.

Blüten oder Blätter?

Was die Bougainvillea von anderen Blumen unterscheidet, ist die ungewöhnliche Art der Bestäubung, die häufig durch Vögel geschieht, wie beispielsweise in ihrer brasilianischen Heimat durch die Kolibris. Es wirkt wie ein einziges Blütenmeer, in das „Bougainvillea spectabilis“, so ihre wissenschaftliche Bezeichnung, getaucht ist. Doch nicht ihre Blüten, sondern die in zahlreiche Farbabstufungen von Pink, Purpur und Rot bis Orange und sogar Weiß gefärbten Hochblätter rufen diesen Eindruck hervor. Dagegen sind die eher unscheinbaren Blüten erst bei genauerem Hinsehen zu entdecken. Von den farbenfrohen Blättern dicht umschlossen, treten sie gehäuft an den Zweigenden auf - röhrenförmige, mattgelbe, zu dritt stehende Blüten, was der Pflanze im Volksmund den Namen „Drillingsblume“ einbrachte.

 



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