|

Die Zentralkuppelmoschee
im klassischen hochosmanischen Stil ist das Herz des gleichnamigen Altstadtviertels.
Nach ihrer gründlicher Renovierung und behutsamer Neugestaltung
des Moscheegeländes, sind ihre klaren, einfachen Linien wieder
ungestört zu besichtigen. Wann die Moschee gebaut wurde, ist erstaunlicherweise
nicht belegt. Einiges spricht für das späte 17. Jahrhundert.
Auch über einen Vorläuferbau (wahrscheinlich eine Kirche)
herrscht Unklarheit. Dagegen weiß man von Erhaltungsarbeiten im
Jahre 1845 und erneut 1955.
Kunstvolle Fenstergitter sind
der einzige, bescheidene Schmuck der strengen Fassade. Ein offener Vorraum,
der von drei Kuppeln überspannte und durch Bogenreihen gestützte
Portikus, der bei Überfüllung oder auch Zuspätkommenden
Platz bietet, ist der Moschee vorgelagert. Das schlanke, zylindrische
Minarett vor der Nordwestecke, auf mächtigem, viereckigen Sockel
ruhend, trägt im oberen Drittel die "klassische" Ringgalerie
(serefe) und schließt mit einer metallbeschlagenen, konischen
Spitze ab.
Mit einer Spannweite von 11,50
m überwölbt eine hemisphärische Kuppel den mit Teppichen
ausgelegten Betraum. Der marmorne Mihrab (die Gebetsnische des Vorbeters
oder Imams) und der mit einem Baldachin überdachte Mimber, d. i.
die Kanzel für die Freitagspredigt sowie die von vier Marmorsäulen
getragene Frauenempore akzentuieren sparsam den Gebetsort, der nach
muslimischem Verständnis von keinem Gegenstand verstellt, nur freie
Fläche für das Stehen und Knien, Sichbeugen und Sichniederwerfen
im Gebet sein soll. Unter den Teppichen verbirgt sich ein ungewöhnlicher
Untergrund, Auslöser der Spekulationen über einen christlichen
Vorläuferbau an dieser Stelle. Es sind dicht an dicht verlegte
Grabsteine von im 14. Jahrhundert verstorbenen Angehörigen des
fränkischen Adels, der damaligen Machtelite Zyperns.

Der Reinigungsbrunnen der Arabahmet Moschee
Für die vorgeschriebenen rituellen Waschungen vor dem Moscheebesuch,
liegt auf dem Gelände ein überdachter Reinigungsbrunnen (sadirvan).
Er ist umgeben von Grabstätten mehr oder weniger prominenter Verstorbener
aus osmanischer und britischer Zeit. Ein antiker Säulenstumpf mit
einer Inschrift in alttürkischer und englischer Sprache erinnert
an den großen Sohn Zyperns, Mehmet Kamil Pascha, der vier Mal
Großwesir des Osmanischen Reiches war und hier seine letzte Ruhestätte
fand.
|