Zur Stunde des Gebets schallen die Rufe ihres Muezzin weit über das
Gewirr der Häuser und Gassen. Ein schlankes Minarett, das sich von
einem massigen Sockel über die Häuserzeile am Hafen erhebt, trägt in
seinem oberen Drittel die
charakteristische konsolengestützte
Ringgalerie. Die Moschee ist nach einem osmanischen Militärführer
benannt. Was es mit ihm auf sich hat, erläutert eine Plakette am
Mauerwerk. Danach war der Kapitän zur See drei Mal Gouverneur der Insel
gewesen, als er um 1600 starb. Sein eigenartiger Vorname "Frenk"
könnte ihn als christlichen Europäer ausweisen, der auf verworrenen
Wegen als Sklave in die Familie des Großadmirals Kilic Ali Pascha
geriet und hier eine steile militärische Karriere begann. Bald nach
1580 gab Aga Cafer Pascha den Befehl zum Bau der Moschee. In den
kommenden unruhigen Zeiten mehrmals zerstört, wurde sie unbeirrt immer
wieder instandgesetzt. Um dem Versammlungsraum der Gläubigen am steilen
Hang Halt zu geben und ihn von der Umgebung abzuheben, wurde er auf
einen starken Unterbau gestellt, in dem heute die Besucher der Moschee
ihre rituellen Waschungen vornehmen. Früher gab es zu diesem Zweck
nahebei eine Quelle, die sich in Steinbecken ergoß. Reste der kleinen
Anlage sind erhalten geblieben, wie auch die seitlich aufsteigende, von
Bürgermeister Abdul Effendi 1876 erbaute Treppe. Der Aga Cafer
Pascha-Moschee ist, wie fast jeder türkischen Moschee, ein offener
Vorraum (Portikus) vorgelagert, den vier Marmorsäulen und dekoratives
Holzgitterwerk nach außen optisch abschließen. Drei den Innenraum
überspannende Bögen tragen das Dach. Es überdeckt auch den Portikus -
eine besonders bei kleineren zyprischen Moscheebauten häufig
angewendete architektonische Lösung, so auch bei der Dorfmoschee von
Ozanköy, der Haci Ömer-Moschee in Lapta oder der Piri Osman
Pascha-Moschee von Lefke.
Ganz andere Dimensionen hat die Nurettin
Ersin Pascha-Moschee.