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Namwon und das Abenteuer mit Herrn Lee

Korea / Statue

Herrn Lee treffen wir am Bahnhof in Namwon, einer nett gelegenen Kleinstadt in der Nähe des Chirisan-Nationalparks. Lee ist übrigens einer der häufigsten Namen in Korea, neben Kim, Park, Hong, Nam und Choi. Insgesamt kennen die Koreaner nur etwa 200 Familiennamen, die allesamt auf ein Clansystem aus alter Zeit zurückgehen.
Individueller als die Clannamen sind die Vornamen, die aus zwei zusammengesetzten Teilen bestehen und der chinesischen Tradition folgend dem Nachnamen hintan gesetzt werden.

Unser Herr Lee ist Chef einer Reisefirma, die Kunst- und Kulturfahrten abseits der üblichen touristischen Trampelpfade anbietet. Ein Wochenendtrip nach Namwon mit einer Übernachtung in einem authentischen Bauernhof ist unser Ziel, bevor wir uns wieder in Richtung Seoul begeben.

Korea / Stelen Chirisan-GebirgeDie Menschen in dem Bauerndorf hatten bisher noch nie Erfahrungen mit einheimischen Touristen gesammelt - geschweige denn mit Langnasen aus dem westlichen Ausland wie uns. Wer wollte, konnte selbst im Reisfeld barfüßig stehend erleben, wie sich beim Einpflanzen der zarten Setzlinge der Schlamm zwischen den bloßen Zehen anfühlt. Wohl wissend, dass gelegentlich auch in Korea Blutegel auf warmblütige Füße lauern, verzichten mein Kollege und ich auf diese "Erfahrung". Die Übernachtung im Bauernhaus ist traditionell koreanisch - auf dünnen Matten direkt auf dem beheizten Fußboden - "ondol bang" genannt, was für federkerngewohnte Rücken zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Am nächsten Tag überqueren wir auf der Rückfahrt nach Seoul das Chirisan-Gebirge, und es geht in weit abgelegene Seitentäler mit kristallklarem Wasser und den häufig anzutreffenden hölzernen Stelen (Bild oben), die stilisierte Abbildungen von männlichen und weiblichen schamanischen Geistern darstellen.

In Seoul angekommen, machen wir uns auf den Weg zu unseren Gastfamilien. Die Übernachtung dort, von den Koreanern "Min-Bak" genannt, ist nicht nur preiswert, sondern zeigt Korea auch von einer ursprünglichen Seite - man lebt mit Einheimischen in deren privatem Umfeld direkt beisammen. Als Alternative zum Hotel ist das "Homestay"-Projekt wirklich sehr empfehlenswert.






 

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