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Kurzportrait
Im
Vergleich zu seinen direkten Nachbarn - der VR China im Westen
und Japan im Osten - ist Korea hier bei uns noch weitgehend unbekannt.
Obwohl touristisch gut erschlossen, gehen die Hauptreiseströme
in Richtung Asien immer noch meist an Südkorea vorbei. Dabei
hat das "Land der Morgenstille", wie es oft bezeichnet
wird, neben einer fantastischen Landschaft auch eine große
Anzahl von bedeutenden Kulturdenkmälern in seiner fünftausendjährigen
Geschichte hervorgebracht. Die UNESCO hat mehrere davon zum Weltkulturerbe
erhoben. Sie geben stellvertretend Einblick in eine Kultur, die
in vielen Bereichen einst die Brücke zwischen China und Japan
war.

Olympiator
in Seoul
Der kulturell-materielle Wohlstand hat immer wieder die begehrlichen
Blicke der Nachbarvölker geweckt. So war Korea zuletzt von
1910 bis 1945 von Japan annektiert. Leider blieb dem Land nach
der Befreiung als Spielball zwischen den alliierten Mächten
die Teilung nicht erspart. Es entstanden zwei koreanische Teilstaaten,
die sich am 38. Breitengrad seit dem Koreakrieg 1950-53 beinahe
unversöhnlich und nur getrennt durch eine schmale entmilitarisierte
Zone gegenüberstehen.
Korea wird gelegentlich auch als "die Mutter Japans" bezeichnet.
Der Buddhismus kam über Korea auf die japanischen Inseln, ebenso
die hohe Kunst der Keramikherstellung, welche die Japaner von entführten
Kunsthandwerkern aus Korea erlernten. Neben China ist Korea wohl das
am meisten vom Konfuzianismus geprägte Land mit einer Tradition,
die heute noch lebendig ist. Sehr alte Reiseberichte beschreiben die
koreanische Halbinsel als das "Land der Hohen Schönheit".
Tatsächlich sind die Koreaner ein sehr die Schönheit verehrendes,
auf Harmonie bedachtes Volk. Gleichgültig ob Klosteranlage oder
kleine Pagode, weltlicher Palast oder monumentale militärische
Verteidigungsanlage - die alte Architektur ist stets im Einklang mit
der umgebenden Natur entstanden und fügt sich harmonisch in eine
Landschaft ein, die sich durch eine Folge von sanften, fruchtbaren
Tälern neben gebirgigen Formationen mit teilweise hochalpinem
Charakter beschreiben lässt.
Während die Ostküste der China vorgelagerten, beinahe 1000
km langen Halbinsel sich steil aus dem Meer erhebt, fällt sie
an der Westküste sanft ab. Die Südküste Koreas hingegen
zersplittert sich in Abertausende von malerischen Buchten und kleinen
Inseln. Fährt man von Seoul Richtung Süden, durchquert man
mehrere sich von Nordost nach Südwest erstreckende Gebirgsketten,
welche mit 70 % Flächenanteil die Landschaft charakteristisch
prägen. Diese Abwechselung, verbunden mit schöner Blüte
im Frühling und prächtiger Laubfärbung in den Bergen
im Herbst, macht den einzigartigen Reiz Südkoreas aus.

Auf
der Inseln Namhae-Do
Der
Name Seoul bedeutet in der koreanischen
Sprache einfach "Hauptstadt" - und sie ist die unumstrittene
Metropole des Landes. Etwa 11 Millionen Menschen leben und arbeiten
dort - rechnet man den Gürtel aus Vorstädten und Trabantensiedlungen
mit ein, so kommt man auf gut 19 Millionen, also etwa 40 % der
Gesamtbevölkerung Südkoreas ! Durch Seoul fließt
der Han-Fluss (Han-gang), dessen Ufer zahlreiche Parks und Grünanlagen
säumen, in denen sich die Menschen nach Feierabend oder am
Wochenende erholen.
Inmitten
der nördlichen Stadthälfte mit dem historischen Zentrum
erhebt sich der Nam-Berg (Nam-san),
der mit seiner Bewaldung die größte "grüne
Lunge" Seouls bildet. Gekrönt wird er durch den Fernsehturm,
von dem aus man einen fantastischen Blick auf das Häusermeer
Seouls hat. Nördlich wird die Stadt, die nur knapp 50 km von
der Entmilitarisierten Zone zu Nordkorea liegt, vom Pukak-Gebirge begrenzt.
Will man als Reisender Erinnerungen an den in Europa längst
vergangenen Kalten Krieg wecken, kann man eintägige geführte
Touren in englischer Sprache in die Entmilitarisierte
Zone buchen, die zum Waffenstillstandsdorf
Panmunjom führen. Lohnenswerter, wenn man wenig Zeit
hat, ist jedoch ein Ausflug auf die landschaftlich reizvolle Kanghwa-Insel nordwestlich
von Seoul, wo man auf Märkten koreanische Ginsengwurzeln erstehen
kann. Der Handel und der Anbau von Ginseng, koreanisch "Insam" genannt,
unterliegt strenger staatlicher Kontrolle und die koreanischen
Ginsengprodukte gehören zu den qualitativ besten weltweit.
Innerhalb der Metropole bewegt man sich am praktischsten mit der U-Bahn
vorwärts. Das Netz ist sehr gut ausgebaut und Ansagen und
Ausschilderung gibt es auch in englischer Sprache. Auch sind
die Koreaner immer sehr hilfsbereit und vor allem jüngere
treten gerne in Kontakt mit den "We-guk", wie Ausländer
hier oft genannt werden.
Die Stadt ist extrem sauber und sehr modern. Alte Pavillons oder Gärten
wechseln mit himmelstürmenden Wolkenkratzern ab. Neues überragt
das Alte, erdrückt es aber nicht: so steht z.B. gleich in der
Nähe zum sehr empfehlenswerten alten Kunst- und Antiquitätenviertel Insadong der
mächtige, futuristisch auf Säulen ruhende Milleniumstower -
eines der architektonisch interessantesten Hochhäuser Seouls.
Die Stadt ist - bedingt durch die explosive Entwicklung Koreas in den
letzten 20 Jahren - eine junge Stadt. Menschen unter 40 prägen
das Bild. Ältere, denen das Ganze wohl zu hektisch ist, bleiben
meist in den Vorstädten, oder man kann diese in einem jener zahlreichen,
beschaulichen Parkanlagen sehen - wie dem Pagodenpark,
einem wichtigen Ort für die Freiheitsbewegung Koreas während
der japanischen Okkupationszeit. Dort sitzen meist ältere Herren
und vertreiben sich die Zeit im Gespräch oder mit Paduk, dem Brettspiel,
das auf japanisch "Go" heißt.
Seoul ist sehr sauber, und es ist wie eigentlich fast überall
in Korea sicher - auch als Frau am Abend ohne Begleitung. Natürlich
sollte man als Tourist die üblichen Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Aber bezogen auf die Größe der Stadt ist die Wahrscheinlichkeit
doch äußerst gering, Opfer einer Straftat zu werden. Auch
Vandalismus ist völlig unbekannt.
Des Abends in einer Seitengasse, man ist allein und man hört Schritte
hinter sich? Keine Angst - das sind nur ein paar nächtliche Schwärmer,
die auf den Weg nach Myon-dong sind -
dem Einkaufsmekka der Jugend; oder zum Tongdaemun-Mode-Markt,
der auch des Nachts geöffnet ist. Die Straßen Seouls sind
voller Menschen bis in den späten Abend.
Ein anderer, am beeindruckenden, alten Süd-Stadttor Namadaemun gelegener
Einkaufsmarkt ist ebenso beliebt. Ginseng, Kunsthandwerk, Taschen,
Schmuck, Lebensmittel - hier bekommt man alles.
Itaewon ist ein weiterer Markt,
der speziell für amerikanische Touristen und Armeeangehörige
geschaffen wurde und weniger Lokalkolorit bietet - dafür
ist er die erste Wahl für "Maßanzüge
in wenigen Stunden" und Luxusartikel aller Art zu relativ
erschwinglichem Preis. Am Abend wandelt sich Itaewon in ein
bei manch Touristen beliebtes Ausflugsziel westlichen Stils
mit zahlreiche Kneipen, Bars, Diskos und Restaurants.
Einen
Ladenschluss wie in Deutschland gibt es in Korea nicht. Kleine
Geschäfte haben teilweise auch auf dem Lande bis spät
in die Nacht geöffnet. Handeln kann man außer im Kaufhaus
eigentlich überall. Auf den Märkten ist es sogar Pflicht.
Man wird jedoch in Korea kaum überzogene Preise antreffen.
Auch auf Märkten wird hauptsächlich gute Qualität
geboten, die in Korea wie überall auf der Welt ihren angemessenen
Preis hat.
Sehenswert ist Seouls Lotte-Center. Ein Kaufhaus der Superlative mit
12 Stockwerken und zusätzlich etwa vierzig Restaurants mit allen
kulinarischen Köstlichkeiten. Gleich nebenan befindet sich das
First Class Hotel Lotte mit seiner noblen unterirdischen Einkaufspassage.
Als Tourist sollte man unbedingt das Informationszentrum im koreanischen
Fremdenverkehrsamt KNTO besuchen, wo es auch umfangreiche Infos in
Deutsch gibt, ferner die Insel Youido,
das "Manhatten" Seouls mit dem Parlament und dem goldfarbenen
63 Building, das in seinen 63 Stockwerken u.a. ein großes Aquarium
beherbergt. Da Seoul nicht erst seit 1945 Hauptstadt ist, sondern diese
Funktion bereits seit über 600 Jahren ausübt, befinden sich
auch einige sehr eindrucksvolle Paläste in der Stadt: so z.B.
der Kyongbok-Palast, einst Königsresidenz
in der Choson-Zeit (1394 erbaut), der eine Ausdehnung von etwa vierzig
Morgen hat. Nicht allzu weit entfernt der Changdok-Palast (Weltkulturerbe)
mit seinem geheimen Garten, einem eindrucksvollen Beispiel koreanischer
Gartenbaukunst. Der südlich an den Palast angrenzende Chongmyo-Schrein beherbergt
die Ahnentafeln der Choson-Dynastie und wurde 1995 in die Liste der
UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Nordwestlich des Kyongbok-kung befindet sich das aus Angst vor nordkoreanischen
Angriffen in keinem südkoreanischen Stadtplan eingezeichnete blaue
Haus - der Amtssitz des Präsidenten - das man mit einer Führung
besichtigen kann. Man sollte sich auf strenge Sicherheitskontrollen
gefasst machen.
Eine
Fahrt von der Insel Youido mit einem Schiff zum koreanischen Welthandelszentrum
COEX sollte man sich nicht entgehen lassen. In der Nähe
liegt der schön angelegte Olympiapark mit
Kunstwerken aus 66 Ländern und einer Ausgrabung aus der Paekche
Zeit, jener Epoche der "drei Königreiche" Koreas.

Landschaft
bei Hahoe
Südlich
von Seoul liegt die Stadt Suwon, die
man mit der Bahn in knapp einer Stunde bequem erreicht. Sie beherbergt
ein weiteres Weltkulturerbe: die knapp 7 km lange Ring-Festungsanlage
Hwasong aus der Chosonzeit (um 1796), die man in ganzer
Länge begehen kann. Das östlich von Suwon gelegene Volkskundedorf
gibt einen vielschichtigen Einblick in das Leben Koreas in alter
Zeit. Die dort lebenden Menschen zeigen dem Besucher traditionelles
Handwerk, alte Tänze, die typische koreanische Bauernmusik "Sanmulnori" sowie
konfuzianistische Hochzeitszeremonien.
An der Ostküste, fünf Fahrstunden von Seoul entfernt erstreckt
sich das eindrucksvolle Sorakgebirge.
Im Herbst raubt die Schönheit der Laubfärbung selbst den
Einheimischen den Atem. Entlang der schönen Ostküste, die
touristisch gut erschlossen ist, gelangt man durch gebirgige Formationen
schließlich landeinwärts nach Andong und Hahoe;
ersterer Ort ist berühmt für den traditionellen, farbenreichen
Maskentanz, letzterer für seine denkmalgeschützten, strohgedeckten
Häuser.
Über die zu Füßen des malerischen Palgong-Gebirges liegende Stadt Taegu gelangt
man nach Kyongju (UNESCO-Weltkulturerbe), die alte
Hauptstadt des Shilla-Reiches, die viele kunsthistorische Schätze birgt
- einst sollen hier etwa eine Million Menschen gelebt haben. Das Nationalmuseum
präsentiert Tausende einzigartiger Exponate aus jener Epoche, und die Stadt
selbst wird "Museum ohne Mauern" genannt. Hochhäuser sind untersagt
und im heutigen Stadtzentrum erheben sich nicht die üblichen Banken- und
Verwaltungspaläste, sondern die altehrwürdigen Hügel-Grabanlagen
(Tumuli) von denen sogar einer begehbar ist. In Kyongju findet man die weltweit älteste
Sternwarte ebenso wie den schönsten Tempel Koreas: Pulguk-sa;
dem "reinen Lande Buddhas" nachgebildet ist er zu Recht zusammen mit
der östlich von Kyongju an der Küste gelegenen Sokkuram-Grotte,
welche die vollkommenste Buddha-Statue beherbergt, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe.
Die größte Hafenstadt Koreas ist Pusan.
Vier Millionen Einwohner leben in einer durch Meer und Berge geprägten
Landschaft. Der Blick vom Pusan-Tower auf die Stadt und Umgebung ist
sehr eindrucksvoll. Ein Abstecher mit der U-Bahn in Richtung Pomo-Tempel
(Pomo-sa) im Norden der Stadt lohnt sich sehr. Großartige kulinarische
Eindrücke von der Vielfalt der Meeresfauna erhält man auf
dem Chagalchi-Fischmarkt. Frischer kann Fisch nicht serviert werden
- sozusagen vom Fisch-Trawler über die Markthalle direkt auf den
Teller - meist roh.
Auch wer Shopping liebt, wird in Pusan nicht enttäuscht: rund
um den Tower befindet sich der große Markt und wenn man zur U-Bahn
hinabsteigt kommt man in das Reich der unterirdischen Einkaufspassagen
mit Hunderten von Läden und Geschäften.
Von
Pusan erstreckt sich an der südlichen Küste der Hallyosudo-Waterway;
ein Meeres-Nationalpark mit über dreitausend zerklüfteten
und meist unbewohnten Inseln, die z.T. mit Fähren erreicht
werden.
Ebenfalls per Fähre oder auch mit dem Flugzeug gelangt man von
Pusan aus zu Südkoreas größter Insel Chejudo.
Ein Tropenparadies, das zu Recht "Hawaii Asiens" genannt
wird und geologisch bereits zum japanischen Inselarchipel gehört.
Chejudo beherbergt auch den höchsten Berg Südkoreas: den
Halla-san, einen erloschener Vulkan. Von Chejudo kann man direkt nach
Seoul fliegen oder zu einem anderen der 16 miteinander vernetzten Inlandsflughäfen.
Verläßt
man Pusan wieder nordwestlich Richtung Seoul so gelangt man durch
den landschaftlich reizvollen Kayasan-Nationalpark zum Haein-Tempel mit
der Tripitaka Koreana, die 1251 fertiggestellt
wurde und den gesamten buddhistischen Kanon auf 82000 hölzernen
Druckplatten mit 45 Millionen handgeschnitzter chinesischer Buchstaben
enthält.
Gelagert werden die Druckstöcke in einem zu jener Zeit dafür
errichteten, einzigartigen Bauwerk, dessen geniales Belüftungssystem
bis heute dafür sorgt, dass das Holz der Tafeln nicht zerfällt.
Die Halle mitsamt der Tripitaka Koreana wurde als Weltkulturerbe anerkannt.
Weitere
lohnenswerte Ziele im Südwesten und der Zentralregion sind
die kleine Stadt Namwon, die den Eingang
zum Chiri-Gebirge (Chiri-san), das oft als "Schweiz Koreas" bezeichnet
wird, markiert, und die Stadt Taejon,
die einen Science Park auf dem Gelände der EXPO 1993 bietet.
Der Popchu-sa ist eine großräumige
Tempelanlage und besitzt mit einer 36 m hohen, frei stehenden Bronzestatue
eines der größten Buddhabildnisse Asiens.
Südöstlich
Seouls kann man bei Ich´on traditionelle
Töpfer-Manufakturen besichtigen, wo das berühmte jadegrüne
Seladonporzellan der Koryo-Zeit oder das weiße aus der Choson-Dynastie
noch heute in alter Tradition gefertigt wird. Im Keramikmuseum
der Stadt werden eindrucksvolle Exponate aus der Geschichte koreanischer
Keramik präsentiert.
Thomas
Schneider
Adressen, Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Lage
und Geografie
Auf einer Halbinsel, vorgelagert dem chinesischen Festland. 70% Bergland.
Vorwiegend Kalk- und Granitstein. Nördlicher und westlicher Nachbar
ist China, östlicher Nachbar Japan. Die drei Meere, die die Halbinsel
umschließen, werden in Korea nach den Himmelsrichtungen benannt:
Westmeer (gelbes Meer); Südmeer (Ostchinesisches Meer) und Ostmeer
(Japanisches Meer).
Zwischen Nord- und Südkorea verläuft als Trennungslinie etwa
entlang des 38. Breitengrades eine entmilitarisierte Zone (DMZ). 7 %
der Landesfläche Südkoreas werden von insgesamt 66 Nationalparks
eingenommen.
Klima
/ Reisezeit
Korea liegt in einer gemäßigten Klimazone und besitzt vier
deutlich ausgeprägte Jahreszeiten. Der Frühling beginnt Ende
März und zeichnet sich durch vorwiegend heiteres Wetter aus. Im
März und Anfang April kann es morgens noch sehr frisch sein. Der
Sommer beginnt im Juni, ist relativ heiß und im Juli, wenn der
Monsun einsetzt, sehr schwül. Danach kühlen die Temperaturen
allmählich ab, das Wetter wird trocken, die Luft klar und der Herbst
beginnt mit prächtiger Laubfärbung von Ende September bis hinein
in den November. Der Winter von Dezember bis in den Februar ist kalt,
wobei sich meist einige sehr kalte und mildere Tage abwechseln. Beste
Reisezeit ist somit Mai und September / Oktober.
Einreise
Benötigt wird nur ein gültiger Pass. Bis zu einem Aufenthalt
von 90 Tagen sind Bürger u.a. aus Deutschland, der Schweiz, Österreich
und den Benelux-Staaten von der Visumpflicht befreit.
Medizinische
Versorgung
Spezielle Impfungen sind zur Zeit nicht erforderlich. Da sich Impfvorschriften
kurzfristig ändern können ist eine aktuelle Information zu
Impfungen und Prophylaxe rechtzeitig vor Reiseantritt über den Hausarzt
in Deutschland empfohlen. Die medizinische Versorgung in Korea ist gut.
Neben westlicher Medizin findet auch die chinesische Anwendung. Zwischen
Deutschland und Südkorea besteht kein Sozialversicherungsabkommen.
Daher ist der Abschluss einer Auslands-Reisekrankenversicherung empfohlen.
Währung
/ Geldumtausch
Währungseinheit ist der Südkoreanische WON (KRW), 1 Euro entspr.
ca. 1150 WON (Stand 1/2002). Umtausch von EUR ist bereits am Flughafen
möglich, ebenso im Hotel. Auch ist EUR in den größeren
Städten umtauschbar. In Korea werden Visa- und Mastercard an vielen
Stellen akzeptiert. Es empfiehlt sich auch die Mitnahme von Reiseschecks
und eines kleineren Vorrates an US-Dollar. Bankenöffnungszeiten:
Mo-Fr: 09.30-16.30 Uhr, Sa: 09.30-13.30 Uhr.
Telekommunikation
Koreanische Telefonkarten erhält man zu verschiedenen Beträgen,
gängig sind 5000 WON und 10000 WON. Deutsche "Call-back" Karten
sollte man nur in Telefonzellen anwenden, da im Hotel gelegentlich trotzdem
der Zählimpuls weiterläuft !
Anrufe innerhalb innerhalb des Festnetzes in Seoul sind kostenfrei, an
Telefonzellen maximal eine Einheit nach etwa fünf Minuten. Anrufe
in Richtung Europa nach 21 Uhr sind preiswerter. Telefonvorwahl nach
Deutschland: 001 49.
In Korea wird ein
anderer Mobilfunkstandard verwendet (CDMA). Am Flughafen in Inchon
kann man entsprechende Handys ausleihen. In Korea kann man - dies ist
bei längeren Aufenthalten durchaus sinnvoll - günstige, meist
gebrauchte "Card Phones" erwerben, diese funktionieren ähnlich
dem deutschen "Prepaid"-System. Nach Deutschland sollte man
vom Handy die Vorwahl 00700 49 wählen, dies ist wesentlich preiswerter
als die allgemeine Vorwahl 001 49. Auch hier sind Telefonate Richtung
Europa nach 21 Uhr preiswerter.
Am neuen Inchon International
Airport findet man Internet-Telefone, mit denen man ins Ausland telefonieren
kann. Internet-Cafes gibt es überall. In Korea heißen sie "PC-Bang".
Strom
Meist 220 V, gelegentlich noch 110 V. Eurostecker passen größtenteils,
USA-Norm-Stecker sind im südlichen Südkorea (z.B. Pusan) noch
anzutreffen. Reise-Adapter sollte man daher mitnehmen.
Zeitzone
MEZ +8h, MESZ +7h. Keine Sommerzeit in Korea
Taxis
Es gibt - vor allem in Seoul - zwei Arten von Taxis: die "normalen" und
die schwarzen "de Luxe" Taxis. Abgesehen vom wesentlich höheren
Preis bieten letztere kaum Vorteile. Die Fahrer beider Taxiarten sprechen
meist etwas englisch. Es ist empfehlenswert, das Ziel der Fahrt auf einer
Visitenkarte in koreanisch parat zu haben. Die Fahrten in den normalen
Taxen sind durchaus preiswert, es wird ausschließlich mittels Taxameter
sehr genau abgerechnet. An Bord vieler Fahrzeuge ist ein Handy, über
das man einen Übersetzerdienst in verschiedenen Sprachen in Anspruch
nehmen kann. Es gibt kaum Taxistände, man winkt sie üblicherweise
heran.
Statistik
Offizieller
Landesname
Republik Korea (Tae-han min-guk)
Staatssystem Präsidiale
Demokratie. Der Präsident wird alle fünf Jahre direkt vom
Volk gewählt und kann nicht erneut zur Wahl antreten. Das Parlament,
die Nationalversammlung, wird alle vier Jahre gewählt. Das Wahlrecht
gilt ab einem Alter von 20.
Hauptstadt Seoul,
ca.11 Mio Einwohner.
Bevölkerung 46,5
Mio Einwohner, 82 % leben in Städten. Nur sehr geringer Ausländeranteil.
Fläche Koreanische
Halbinsel: 222154 qkm. Südkorea: 99392 qkm, davon sind 21 % landwirtschaftlich
genutzt.
Lebenserwartung Männer
69 Jahre, Frauen 76 Jahre.
Schrift
/ Sprache Hangul,
eine 1446 von König Sejong (1397-1450) entwickelte Buchstabenschrift
mit Konsonanten und Vokalen. Koreanisch zählt zur ural-altaischen
Sprachfamilie, zu der auch mongolisch, ungarisch und finnisch gehören.
Gesprochene Fremdsprachen in Korea sind neben Chinesisch auch Englisch,
ferner gibt es öfter Deutsch- und Französischkenntnisse
bei jüngeren Menschen.
Religion 51
% Buddhisten, 34 % Protestanten, 11 % Katholiken, 2 % bekennende Konfuzianer.
Auf dem Lande sind vereinzelt Schamanistische Rituale (Kut) trotz anderer
Religionszugehörigkeit auch heute noch anzutreffen. Ferner durchdringt
der Konfuzianismus als asiatische Philosophie alle Gesellschaftsgruppen,
also auch die Lebensweisen der Buddhisten und Christen in sehr starkem
Maße.
Verkehrs-Infrastruktur Sehr
gut ausgebautes, modernes Schienen und Straßennetz. Drei internationale
und 16 Innerkoreanische Flughäfen. Ferner Fährverkehr zu
den Inseln Koreas und China sowie Japan
Rohstoffe Südkorea
ist auf Rohstoffimporte angewiesen. Als wichtigster eigener "Rohstoff" wird
in Korea die "Human-Ressource" angesehen, was sich in einem
gut ausgebauten Bildungssystem niederschlägt.
Wirtschaft
und Soziales
Hauptindustrien: Automobil- und Schiffbau, Eisen- und Stahl, Textilien
und Produkte aus Erdöl-Importen, ferner neue Technologien wie Halbleiterprodukte
und Telekommunikation. Nach
der Wirtschaftskrise 1997 hat sich die koreanische Wirtschaft schnell
erholt. Mit verantwortlich sind ein harter Sparkurs und politische Anstrengungen,
die industriellen Großkonzerne zu entflechten. Bereits in 2001
hatte Südkorea sämtliche im Zuge der Wirtschaftskrise erhaltenen
IWF-Kredite zurückgezahlt. War früher eine lebenslange Beschäftigung
in den Unternehmen garantiert, muss heute auch Südkorea mit Arbeitslosigkeit
und sozialen Problemen kämpfen. Demzufolge ist ein Sozialsystem ähnlich
wie in der Bundesrepublik erst im Entstehen. Ab 2002 wird in Korea stufenweise
die Fünf-Tage Woche eingeführt.
Tourismus In
den letzten dreißig Jahren nahm die Zahl der Touristen von 239000
auf über 4,2 Millionen zu. Hauptziel der koreanischen Marketingstrategie
im Tourismus sind - entsprechend den Besucherzahlen - Asien und die
USA. Nachdem Südkorea nun auch für chinesische Bürger
zugänglich ist, wird verstärkt auch jener Markt beworben.
Aber auch Europa rückt für den koreanischen Tourismusmarkt
mehr und mehr in das Blickfeld. Zunehmende Besucherzahlen aus europäischen
Ländern sorgen dafür, dass eine stärkere Präsenz
Südkoreas im europäischen Touristik-Markt entsteht.
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