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Spiel und Sport auf Irisch

Segeln im Südwesten Irlands bei Baltimore

Segeln im Südwesten Irlands bei Baltimore

Sie werden kaum ein Völkchen finden, das mehr der Sportbegeisterung verfallen ist als die Iren. Natürlich sind auch hier unter der Jugend die internationalen Sportarten wie Fußball, Tennis, Leichtathletik und Segeln beliebt, was keiner besonderen Erwähnung wert wäre. Außergewöhnlich jedoch ist die große Hingabe, mit der eine Reihe traditioneller Sportarten gepflegt wird.

Organisiert von der Gaelic Athletic Association, 1884 aus stark politischen Motiven heraus gegründet, um das Selbstbewußtsein der Iren als Angehörige einer eigenständigen Nation zu fördern, stehen die beiden traditionellen gälischen Sportarten Hurling und Gaelic Football im Zentrum des Interesses. Heute zählt die GAA 800 000 Vereinsmitglieder, fast ein Sechstel der Inselbewohner!

Hurling kann auf eine Tradition zurückblicken, die bis in die geschichtliche Frühzeit zurückreicht, wie alte Mythen berichten. Der Name des Spiels stammt von dem dabei verwendeten hockeyähnlichen Schläger (hurling), der am unteren Ende breit ausläuft. Mit ihm wird ein Ball - Kork mit Leder überzogen, nur wenig größer als ein Tennisball - über das Spielfeld geschlagen, der bisweilen Geschwindigkeiten über 100 km/h erreicht. Für den ungeübten Zuschauer ist es bisweilen schwierig, dem raschen Ballwechsel mit den Augen zu folgen. 15 Spieler auf jeder Seite versuchen, auf dem 140 mal 80 m großen Feld - etwas größer als ein Fußballfeld - den Ball ins gegnerische Tor zu bugsieren. Dabei ist es auch erlaubt, den Ball aus der Luft mit der Hand anzunehmen. Ähnlich wie beim Rugby besteht das Tor aus zwei Pfosten mit einer Querstange. Wird der Ball unterhalb der Querstange ins Tor manövriert, gibt es drei Punkte, zwischen den beiden Pfosten aber oberhalb der Latte: einen Punkt. Eine spezielle Version dieses Spiels für Frauen wird camogie genannt, mit ebenfalls Spielerinnen pro Mannschaft. Cork gilt allgemein als Hochburg des Hurling-Spiels.

Gaelic Football ist so etwas wie eine Mischung aus Fußball und Rugby. Keine andere Sportart in Irland zieht so viele Zuschauermassen an und wenn die Endspiele um den Meisterschaftstitel im September in Dublin ausgetragen werden, ist das Croke Park-Stadion in Dublin mit 80 000 Besuchern ausverkauft. Auch hier stehen sich jeweil 15 Spieler gegenüber, jedoch anders als beim Fußball erlauben es die Regeln, den Ball auch mit den Händen zu spielen. Mehr als vier Schritte darf man ihn aber nicht tragen und ihn vom Boden aufzuheben, ist ebenfalls verboten.

Rugby gilt im allgemeinen als Sport des Mittelstandes, ist also nicht in allen Schichten der Bevölkerung gleichermaßen verankert. Anders jedoch als im Fußball, wo bei internationalen Spielen zwei Nationalmannschaften antreten, gibt es beim Rugby eine gemeinsame Mannschaft von Nord und Süd.

Eine ganz besondere Sportart, die vor allem in der Gegend von Armagh und Cork gespielt wird, ist Straßenbowling. Auf öffentlichen Straßen wird dabei eine 870 g schwere Eisenkugel mit möglichst wenig Würfen über eine festgesetzte Strecke geworfen und gerollt. Wer die wenigsten Würfe bis zur Ziellinie benötigt, hat gewonnen.

Road Bowling ist eine der vielen Möglichkeiten, bei denen die Iren einer weiteren großen Leidenschaft nachgehen können: dem Wetten. Wettbüros findet man überall im Lande. Das ganze Jahr über finden fast täglich irgendwo Windhundrennen statt (Greyhound Racing) und kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in einer der Grafschaften ein Pferderennen veranstaltet wird. Das sind nicht nur sportliche Ereignisse - auch ein großer Tag für die bookies (Buchmacher) und die einem Gewinn entgegenfiebernden Zuschauer.



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