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Killarney National Park

Nationalpark mit Gleisanschluss

Killarney ist ein guter Ausgangspunkt, um den berühmten Ring of Kerry zu erkunden, die touristische Autoroute Irlands schlechthin. Dabei sind es auch die Berghöhen der Macgillycuddy's Reeks und Moll's Gap, welche die  Herzen der Urlauber höher schlagen lassen. Die hügelige Landschaft ist von einer kargen Vegetation überwuchert und man scheint hier den vielfach erwähnten 40 Grünschattierungen der Insel recht nahe zu sein. Am Nordostrand des Ring of Kerry erstreckt sich der Killarney National Park, der zwar nicht direkt am Bahnhof von Killarney, aber nicht weit davon entfernt beginnt.

Irland: Landschaftspark Muckross Gardens

Im Landschaftspark von Muckross Gardens

Nein, unberührte Natur darf man beim Besuch des Killarney National Parks nicht erwarten, eher eine Mischung aus Natur- und Kulturlandschaft, zu der auch die tiefschwarzen Kerry-Rinder gehören. Dass sich im Südwesten Irlands die höchste Bergkette des Landes namens Macgillycuddy's Reeks erhebt, wissen nur wenige. Ebenso unbekannt dürfte außerdem sein, dass der Bourn-Vincent-Gedächtnispark das Herz des Nationalparks bildet. Zu diesem Gedächtnispark gehören Muckross House ebenso wie Muckross Gardens nur einen Steinwurf von Killarneys Stadtzentrum entfernt. Bereits 1932 vermachte Senator Arthur Vincent Muckross House and Gardens dem irischen Staat. Lange Jahre verfielen Herrenhaus und Garten in einen Dornröschenschlaf, ehe in den 1960er Jahren durch die Einrichtung eines Museums Muckross House wieder neues Leben eingehaucht wurde.

Irland: Unterwegs zwischen Rhododendren

Unterwegs zwischen Rhododendren

 

Queen Victoria war hier

„Ich hoffe, dass Muckross ein Garten der Freundschaft sein wird und zugleich auch der größte 'Spielplatz der Welt' “, das war der Wunsch des letzten Eigners von Muckross House und Gardens. Nein Spielplätze im eigentlichen Sinn findet man rund um Muckross House nicht, aber dafür sorgsam gestutzte Hecken, ausladende Rasenflächen, Baumgruppen umgeben von Rhododendronbüschen und auch mächtige alleinstehende Bäume. Auf dem Kalksteinboden gedeihen neben Monterey-Fichten auch mächtige Mammutbäume, Eichen, Scheinzypressen und Eiben, die teilweise in Formschnitt gebracht wurden und neben den Buchsbaumhecken die Terrassen der Gartenanlage einnehmen.


Irland: Blick auf Muckross House

Blick auf Muckross House


Der einzige formale Gartenteil ist der versunkene Garten mit seinen vier ornamentalen Beeten. Zwischen diesem Garten und Muckross House existiert eine gusseiserne Treppe zum Boudoir. Über diese erste „Feuerleiter Irlands“ konnte der Hausgärtner der Hausherrin frische Blumen aus dem Garten bringen. Im Damenzimmer nächtigte Königin Victoria während ihres Aufenthalts in Muckross. Da die Königin höllische Angst vor einem Hausbrand hatte, bezog sie 1861 auf ihren besonderen Wunsch diesen Raum im Erdgeschoss, der bis heute einen direkten Notausgang besitzt.
Unterhalb des versunkenen Gartens erblühen im Mai Rhododendren in Violett, Pink und Feuerrot. Zur Seeseite hin finden wir unterschiedliche Erikaarten und Japanische Skimmia, ein immergrüner Strauch mit rötlich-violetten Blüten. Der Felsengarten beherbergt cremefarben blühende Strauchveronika, eigentlich an der Ostküste Australiens beheimatete Leptosperums, weiß blühendes Berufkraut und eine Libanonzeder. Im Bachgarten erhebt sich eine nicht zu übersehende  Westamerikanische Hemlocktanne. Zudem entdecken wir einen Eukalyptus, der in den Snowy Mountains (Australien) Schnee und Frost trotzt und auch in Muckross Gardens die kalte Jahreszeit bestens übersteht.

Irland: Monterey-Kiefern gehören wie Zypressen zum Bild der Parklandschaft von Muckross House

Monterey-Kiefern gehören wie Zypressen zum Bild
der Parklandschaft von Muckross House


Nur Schritte entfernt hat eine neuseeländische Steineibenart ihren Standort. Wer auf dem Bootshaus-Weg spazieren geht, der wird auch auf einen baumgleichen rot blühenden Rhododendron namens Rhododendron arboreum stoßen. Immergrüne Japanische Zedern und weißblühender Sargents-Strauchapfel bereichern die Vegetation längs des Wegs ebenso wie der Tulpenbaum mit seinen charakteristischen „Tulpenblättern“.

Noch andere Landsitze gehören zum Nationalpark
Muckross House und dessen Ländereien blieben nicht die einzige Besitzung, die dem Nationalpark zugeschlagen wurde. Seit 1972 tragen Knockreer House und dessen Grundbesitz zur Flächenausdehnung des Nationalparks bei. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Legat, sondern der irische Staat kaufte den Besitz einer Nachfahrin des ersten Grafen von Kenmare ab. Schließlich gelangte Jahre später auch Killarney House in den Staatsbesitz.

Irland: Muckross Priorat

Muckross Priorat

Eine Burg und eine Abtei am Rande des Nationalparks
Die meisten Wege zwischen Killarney und Muckross House sind asphaltiert und daher bestens zum Radfahren geeignet. Unterwegs begegnet man der einen oder anderen Kutsche, die Urlauber von Killarney aus nach Muckross Gardens bringt. Ein erhaltenes Zeugnis des Mittelalters ist Ross Castle am Ufer des Lough Leane. Kern der Burganlage ist ein Burgfried aus dem 15. Jahrhundert. Muckross Abbey, die Grablege lokaler Stammesfürsten und von drei gälischen Dichtern, liegt ebenfalls im Nationalpark und ist eine Gründung der Franziskaner. Aufgelöst wurde die 1448 gegründete Abtei im 17.Jahrhunderts während der Herrschaft des Lordprotektors von England, Schottland und Irland Oliver Cromwell. So wundert es heute nicht, dass lediglich die Ruinen der Kirche mit ihrem quadratischen Turm die Wirren der Geschichte überdauert haben.

Irland: Ins Rosa und Violett geht die Blüte dieser japanischen Azaleenart

Ins Rosa und Violett geht die Blüte dieser japanischen Azaleenart

Nicht nur Lärchen und Fichten
Die Ländereien rund um die oben genannten Herrenhäuser wurden, wenn sie denn nicht landwirtschaftlich genutzt wurden, im 18. und 19.Jahrhundert aufgeforstet. Man pflanzte vor allem Eichen, aber auch Lärchen und Fichten, deren Einschlag dem wirtschaftlichen Überleben von Muckross und Kenmare diente.

Irland: Die feurige Blüte eines Rhododendron

Die „feurige“ Blüte eines Rhododendron

 

Rund um das 1843 vollendete Muckross House dehnen sich Gärten aus, in denen zahlreiche hohe Rhododendren in allerlei Rottönungen ebenso zu finden sind wie bunt bepflanzte formale Terrassen und ein versunkener Garten. Niedrigstämmige Koniferen und Waldkiefern gehören wie Keulenlilien, Baumfarne und Magnolien ganz selbstverständlich zu Muckross Gardens. Ursprünglich nur in Ostasien gedeihende Kamelien formen einen dichten Laubengang mit roten und weißen Farbflecken, wenn sie im März blühen. Von der Südhalbkugel auf die Nordhalbkugel hat es Tasmanische Südbuchen verschlagen, die in Muckross Gardens zu sehen sind. Ausladend ist das rosa Blütenkleid der Japanischen Azaleen unweit des Felsengartens. Aus dem Kaukasus und Persien stammt das Persische Eisenholz, das im Herbst mit seinen gelb, orange und dunkelrot verfärbten Blättern für die Besucher von Muckross Gardens ein Hingucker ist.

Rotwild und ...
Wer die stadtnahen Gebiete des Killarney National Park verlässt, der wird vielleicht auf eine Herde Rotwild stoßen. Rotwild ist seit Menschen Gedenken in dieser Gegend Irlands ansässig. Ein Flugkünstler der besonderen Art ist der Wanderfalke, den man im Nationalpark ebenso wie den Graureiher, die Rotdrossel und das Moorschneehuhn häufiger sehen kann. Rotkehlchen schwirren vereinzelt durch den lichten Wald. Eisvögel kann man ab und an bei einem Sturzflug ins Nass eines Flüsschens beobachten. Auf den Gewässern des Nationalparks wie Lake Muckross schwimmen Stockenten, Rallen und Zwergtaucher. Sehr viel Glück muss man allerdings haben, will man den eher nachts aktiven Dachs oder den Baummarder bei einem Besuch im Nationalpark aufspüren.

Weitere Informationen

Killarney National Park
http://www.killarneynationalpark.ie/
http://homepage.eircom.net/~knp/

Muckross House and Gardens
www.muckross-house.ie

Ross Castle
http://www.killarneynationalpark.ie/Ross%20Castle/Ross%20Castle.htm

 



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