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Giant's Causeway

Seit 1693 die Royal Society erstmals eine Beschreibung des Giant's Causeway veröffentlichte, entwickelte sich diese Region zu einem Anziehungspunkt für Reisende. Gemälde und Zeichnungen dieser einzigartigen Naturlandschaft, wie die von Susanna Drury, die im Ulster Museum in Belfast aufbewahrt werden, dehnten den Ruhm bereits Mitte des 18. Jh. bis weit in den europäischen Raum hinein aus, nicht zuletzt durch gewisse Übertreibungen des Vorgefundenen. Schriftsteller des 19. und 20. Jh. festigten den Ruf einer unvergleichbaren Küstenlandschaft noch weiter.

Schon früh hatte sich ein Streit unter Wissenschaftlern entwickelt, wie diese Naturphänomene zu erklären seien. Und in der Tat breitet sich vor dem Auge des Betrachters ein sehenswertes Spektakel aus: Fast 40 000 meist symmetrisch geformte Steinsäulen scheinen aus dem Meer herauszuwachsen und bilden eine stufenförmige Landschaft, deren natürlicher Entstehungsprozess kaum erklärbar scheint. Und so nimmt es nicht Wunder, dass schon seit alters her zahlreiche Mythen und Legenden die Abende am Kaminfeuer belebten. Denn dieses Werk konnte weder von der Natur noch von Menschenhand geschaffen sein - nichts lag da näher, als es das Werk eines Riesen anzusehen. In den meisten der variantenreich erzählten Geschichten ist es der Riese Finn McCool, der immer wieder in irischen Märchen auftaucht, auf den der Giant's Causeway zurückgeht. In Liebe entflammt zu einer Riesin auf der schottischen Insel Staffa, wollte er seine Geliebte trockenen Fußes nach Irland bringen und baute ihre deshalb diesen Damm. Und in der Tat sind auf der Insel Staffa ähnliche Säulen zu entdecken. Eine andere Variante berichtet, er habe einen schottischen Rivalen zum Zweikampf herausgefordert und deshalb den Damm der Riesen errichtet, bei dessen Anblick in Schottland jedoch die Flucht ergriffen. Der Rivale eilte ihm nach, doch der kluge Finn McCool verkleidete sich als Baby und legte sich in eine Wiege. Der schottische Hüne, das vermeintliche Baby erblickend, schauderte bei dem Gedanken, wie groß dessen Vater erst sein müsse, wenn das Baby schon so riesig war und verließ eilends Irland.

Um einiges trivialer gibt sich die Erklärung der Wissenschaft: Vor 60 Millionen Jahren herrschte hier eine lebendige vulkanische Tätigkeit. Durch Schlote drang ca. 1000 ° C heiße Lava an die Oberfläche und erstarrte zu hartem Basalt. Rein theoretisch hätten alle Säulen eine sechseckige Form annehmen müssen, doch eine große Anzahl von ihnen ist fünfeckig, aber auch vier-, sieben- und achteckige Säulen sowie Reste von neun- und zehneckigen Säulen sind zu entdecken. So manche von ihnen erstarrten zu eigentümlichen Gestalten, die im Volksmund bald mit besonderen Namen belegt wurden wie Giant's Organ, eine Gebilde, das in der Tat an überdimensionale Orgelpfeifen erinnert, Giant's Loom oder Giant's Horseshoe.

Bereits im 19. Jh. war der Giant's Causeway eine Touristenattraktion. Zwei Hotels lagen in unmittelbarer Nähe - eines davon existiert heute noch - und zahlreiche Besucher wurden auf Pferden und Booten herbeigeschafft. Als 1887 die zwischen Portrush und Bushmills seit vier Jahren verkehrende Straßenbahn bis zum Giant's Causeway verlängert wurde, steigerte dies verständlicherweise den Besucherstrom. Leider wurde diese Bahn 1949 außer Dienst gestellt und kann nur noch im Modell im Visitor Centre bestaunt werden.

Den Besuch dieser eindrucksvollen Basaltsäulen sollten Sie wenn möglich mit einer kurzen Wanderung hoch oben am Klippenrand verbinden (ausgeschildert), was die Begegnung mit einer mächtigen brandungsumtosten Felsküste ermöglicht.

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