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Einen Blick auf das literarische Erbe Irlands werfen können Dublin-Besucher im Schriftstellermuseum am Parnell Square. James Joyce machte in seinen "Dubliners" und dem "Ulysses" die irische Hauptstadt literarisch unsterblich.

Irland / Dublin / James Joyce
Büste James Joyce' bei St. Stephens Green
© Irisches Fremdenverkehrsamt

Dass Dublin nicht nur Joyce-City ist, unterstreicht diese Ausstellung, die in einem restaurierten Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist, sehr vielfältig. Denn sie stellt unter anderem gleich drei Literatur-Nobelpreisträger vor, die Dubliner waren: William Butler Yeats, George Bernard Shaw und Samuel Beckett. Eines nachhaltigeren Eindrucks wegen sollte sich der Besucher - sofern er nicht an einer Führung teilnimmt - per Kassette und Kopfhörer durch das Museum gleiten lassen. Fast zu jedem der Exponate wie Fotos, Briefen, Manuskriptteilen und persönlichen Erinnerungsstücken gibt es eine kleine Geschichte zu erzählen.

Nicht alle anglo-irischen Schriftsteller waren Genies. Nicht jedes ihrer Stücke ist ein Meisterwerk, doch einige gelten als Klassiker. Eindringlich und berührend haben die Iren meistens geschrieben. Und sofern man auch etwas mit den Fassetten der irischen Geschichte vertraut ist, wird einem klar, warum ein bedeutender Teil der irischen Literatur im Exil entstand und die Autoren lange Zeit im Ausland mehr Anerkennung fanden als in ihrer Heimat.

Irlan / Dublin / Oscar Wilde Sculpture
Oscar Wilde Skulptur
© Irisches Fremdenverkehrsamt

Dafür, dass die Iren mittlerweile ihre Dichter würdigen, spricht dieses Museum. Autor Denis Johnston urteilte: "In einem der Hinterhöfe Europas haben wir den Engländern beigebracht, wie man in ihrer Sprache schreibt." Und so begegnet man Jonathan Swift, der die Satire "Gullivers Reisen" verfasste, Oscar Wilde, der im Trinity College studierte, Yeats und Lady Gregory, die das legendäre Abbey Theatre gründeten. John Millington Synge schilderte die Lebensweise und Sprache der irischen Bauern und Fischer realistisch und machte sie bühnenreif. Sean O'Casey war Meister des Tragikomischen und Rebellischen. Oscar Wilde und Brendan Behan werden ebenfalls vorgestellt.

Dublin City-Trinity College
Dublin City-Trinity College
© Irisches Fremdenverkehrsamt

Gleich zwei Museen sind in Dublin James Joyce gewidmet, darunter das James Joyce Centre. Joyce (1882-1941), einer der bedeutendsten Romanautoren des 20.Jahrhunderts, siedelte 1904 endgültig von Dublin aufs europäische Festland über. In einem Martello Tower an der Küste, nun das James Joyce Museum, spielt das erste Kapitel von "Ulysses". Der Schriftsteller hat mit diesem Roman, der keine einfache Lektüre darstellt, der Stadt ein literarisches Denkmal gesetzt. "Würde Dublin zerstört, so könnten seine Worte die Häuser wieder erbauen, wenn Dublins Bevölkerung ausgelöscht würde, könnten seine Bücher sie wieder bevölkern", schrieb C.P. Curran 1941 in einem Nachruf auf Joyce.

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