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Vom Oberdeck des Kreuzfahrtschiffes hat man einen fabelhaften Überblick über dieses maritime Gewirr und Gewusel, das sich von Minute zu Minute in neuen Konstellationen gruppiert. Die Schiffe fahren in Zweier-, Dreier- und Viererreihen nebeneinander, in beide Richtungen, überholen und werden überholt.

China Jangtse Schlepper
Leben und arbeiten auf dem großen Fluss

Schlepper ziehen ein Dutzend miteinander vertäute Kähne hinter sich her, eine Barkasse huscht im letzten Moment an einem Frachter vorbei, Schnellboote der Küstenwache kreuzen hin und her. Es gibt nur wenige Brücken; zwischen zwei Städten fahren deshalb sogar die Fähren in Kolonnen, dicht hintereinander, hinüber und herüber. Wenn sie den Fluss queren, müssen sie warten, bis sich eine kleine Lücke in der geschlossenen Armada auftut, die flussauf- und -abwärts dahindriftet.

Eine unerhörte Zeitreise

Die immensen Wassermassen des Yangzi und das Zusammentreffen von Strom und Meer produzieren an vielen Tagen im Jahr einen Dunstschleier, der sich oft genug zu Nebel verdichtet. Dann wird die Fahrt auf dem Fluss zu einem gespenstisch-grandiosen Erlebnis. Trotz der schlechten Sichtverhältnisse hat man immer noch die Konturen von ein oder zwei Dutzend Schiffen im Blick und fragt sich, wie sie unter diesen Umständen alle schadlos aneinander vorbeikommen. Doch Kapitän und Lotsen behalten auf dem Radarschirm den Überblick.

China Jangtse Schiffsverkehr
Schiffsverkehr für den "Großen Sprung"

Die gewaltige Bewegung auf dem Yangzi ist natürlich kein Selbstzweck, sie dient dem Leben und der Wirtschaft im Hinterland. Und auch das ist überhaupt nur von der Wasserseite deutlich zu erkennen, da man auf dem Landwege in der Regel keinen Zugang zu den Hafenanlagen und den industriell entwickelten Uferzonen erhält. Die Chinesen sind ein Volk im Aufbruch, und der von Mao einst propagierte „Große Sprung nach vorn“ wird jetzt tatsächlich unternommen, allerdings in eine gänzlich andere Richtung. Die Fahrt auf dem Yangzi erscheint deshalb wie eine unerhörte Zeitreise in den Frühkapitalismus, der durch Bestandteile von zwei Jahrhunderten industrieller Entwicklung angeheizt und mit Relikten aus einem halben Jahrhundert maoistischem Kommunismus versehen ist. Längst hat sich auch die Globalisierung des 21. Jahrhunderts hinzugesellt.

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